Sponsoring der VR Bank Dinkelsbühl

Unternehmerische Verantwortung – Pflicht und Kür

Social Washing - Garant für unternehmerischen Erfolg?

 

Bereits an anderer Stelle befasste ich mich mit dem regen Sponsoring der VR Bank Dinkelsbühl.

Die Verantwortlichen der Bank, Dr. Christoph Glenk und Fabian Neitzel, wollen damit ihrer gesellschaftlichen Verantwortung nachkommen. Tue Gutes und rede darüber – in aller Regel werden die Spendenaktionen von medialer Berichterstattung begleitet. Die Bank hofft, dadurch in der öffentlichen Wahrnehmung zu punkten. Sponsoring als (legitime) PR-Strategie: man gibt sich verantwortungsvoll, weil es sich rentiert. Auffällig ist, dass der Spendentopf der VR Bank Dinkelsbühl in zahlreiche Kleinbeträge zerbröselt wird. Dies führt zu vermehrter Medienpräsenz in Form kostenloser PR-Artikel. Kostenpflichtige Anzeigenschaltung entfällt, Werbekosten werden dadurch eingespart.

 

Ist medial perfekt unterstütztes Sponsoring eines Unternehmens alleine schon zielführend? Selbst dann, wenn die Unternehmenskultur nicht passt?

Jedes Unternehmen hat Gesetze zu beachten, sich an Normen zu halten. So müssen propagierte Versprechen vom Unternehmen auch eingehalten werden. Für seriöse Unternehmen eine Selbstverständlichkeit (Pflicht)! Die VR Bank Dinkelsbühl tut sich dagegen sehr schwer mit dieser unternehmerischen Pflicht: siehe Rubrik „VR Bank Dinkelsbühl“. Diese „Genossenschaftsbank“ versucht sich stattdessen über eine inszenierte Kür (Sponsoring) verantwortlich darzustellen. Doch: solange die Bank an ihrer unverantwortlichen Unternehmenspolitik festhält, dürfte diese Kür wenig erfolgversprechend sein.

 

Unter der Rubrik „VR Bank Dinkelsbühl“ behandelt mein Artikel „Dreistes Sponsoring der VR Bank Dinkelsbühl“ eine ganz besonders raffinierte Form des Sponsorings: die Bank unterstützt ein Familienmitglied des Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Glenk. Kein Wunder, dass diese Form der Selbstbedienung geräuschlos erfolgt – auf die sonst so wertvolle mediale Berichterstattung wird hier ausnahmsweise verzichtet.

Dieser Vorgang alleine ist schon skandalös genug! Als Genossenschaftsmitglied muss man diese Form der „Verwilderung“ jedoch noch aus einem weiteren Grund scharf verurteilen:

Die Eigenkapitalquote der VR Bank Dinkelsbühl liegt unter der Vorgabe des eigenen Genossenschaftsverbands! Spätestens seit Beginn der Finanzkrise sollte bekannt sein: je geringer die Eigenkapitalausstattung, desto fragiler die Bank!

Es muss als echter Skandal benannt werden: statt sich im Interesse der Genossenschaft endlich um die ungenügende Eigenkapitalquote zu kümmern, sponsert Dr. Christoph Glenk lieber ein Familienmitglied. Wird hier die Genossenschaft nicht als Selbstbedienungsladen missbraucht? Sieht so gelebte Verantwortung aus? Jedem aufmerksamen Beobachter sollte klar sein: die VR Bank Dinkelsbühl steht auch in diesem Fall unter keiner Aufsicht / Kontrolle. Der Aufsichtsrat muss erneut als Scheingremium – die Bank als potemkinsches Dorf - bezeichnet werden!

 

Unverantwortliche Praktiken dieser Art sind nur umsetzbar weil:

 

- die lokale Presse (FLZ) auch weiterhin an Journalismus nicht interessiert scheint

 

- die Mitglieder der VR Bank Dinkelsbühl weiterhin gutgläubig an eine funktionierende Genossenschaftsbank glauben. Diese Gutgläubigkeit könnte ihnen noch zum Verhängnis werden: Mitglieder einer Genossenschaft haben in der Regel mit ihren Geschäftsanteilen zu haften. Daran sollten gerade Mitglieder der VR Bank Dinkelsbühl immer denken.

 

 

Abschließend nun noch ein interessanter Zahlenvergleich. Ich möchte das soziale Engagement der örtlichen „Genossenschaftsbank“ mit dem Spendenaufkommen einer Genossenschaftsbank vergleichen:

 

Nach eigenen Angaben stellte die VR Bank Dinkelsbühl im vergangenen Jahr fast 57.000 Euro für soziale, karitative, sportliche und kulturelle Einrichtungen zur Verfügung!

Gemessen am Bilanzgewinn der Bank stellt dies eine Spendenquote in Höhe von 3,27 % dar.

 

Nur wenige Kilometer von uns entfernt finden wir etwas, was hier in Dinkelsbühl zunehmend vermisst wird. Eine funktionierende Genossenschaftsbank: die VR Bank Schwäbisch Hall-Crailsheim eG.

Diese Bank stellte im vergangenen Jahr 760.090 Euro den regionalen Einrichtungen, Institutionen und Vereine zur Verfügung.

Gemessen am Jahresüberschuss der Bank stellt dies eine Spendenquote in Höhe von 19,48 % dar! Würden die dortigen Vorstände diese stattliche Summe in Kleinsummen von beispielsweise 3000 Euro aufteilen (ähnlich der VR Bank Dinkelsbühl), so ergäbe das 253 Möglichkeiten sich medial zu beweihräuchern. Ich glaube nicht, dass sie das tun! Ich glaube auch nicht, dass sie das nötig haben! Sie scheinen dagegen ihre Zeit zu nutzen, um zu gewährleisten, dass ihre zahlreichen Kunden und Mitglieder auch tatsächlich das bekommen, was vereinbart wurde: eine funktionsfähige Genossenschaftsbank!

Genossenschaftsbank scheint unter Führung kompetenter Fachkräfte also durchaus zu funktionieren!

 

Noch ein Gedanke zur Spendenquote der VR Bank Dinkelsbühl in Höhe von 3,27 %:

Ein Arbeiter oder Angestellter legt nach Abzug seiner gesamten Lebenshaltungskosten monatlich 300 Euro zurück. Am Jahresende summieren sich auf seinem Konto 3600 Euro. Er spendet im Jahr 117,72 Euro (= 3,27 %) an Organisationen, die er unterstützenswert hält. Er tut dies geräuschlos – bei ihm steht die Förderung im Vordergrund. Ich bin überzeugt: die meisten Spender verfahren so. Das ist auch gut so. Bei perfekt inszenierten Spenden getreu dem Motto „tue Gutes und rede darüber“ scheint dagegen nicht die Spende im Vordergrund zu stehen. Hier geht es in erster Linie um Marketing, um die eigene öffentliche Selbstbeweihräucherung. Aufmerksamen Zeitgenossen fällt das auf!

 

16.06.2014

 

 

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Charity

 

In einem vorangegangenen Artikel hinterfragte ich die Finanzierung (Sponsoring) von 30 flexibel einsetzbaren Bänke für die Katholische Kindertagesstätte St. Georg. Jeweils 1500 Euro steuerten die VR Bank Dinkelsbühl und eine von der VR Bank verwaltete Stiftung für die Möbel bei.

 

Ich möchte Sie heute auf einen interessanten Artikel www.nachdenkseiten.de/?p=19333 aufmerksam machen. Er befasst sich mit der segensreichen Kultur des marktkonformen Gebens aus empathischer Spenderhand. Anlass des Artikels war die Verleihung des „Millennium-Bambi“ an Bill Gates.

Einzige Anmerkung: gegen Ende des Artikels kritisiert der Autor aus meiner Sicht etwas zu pauschal „das herrschende System Kapitalismus“. Dabei glaube ich, dass es „DEN Kapitalismus“ gar nicht gibt! Ich persönlich bin der Meinung, dass wir über viele Jahre hinweg durchaus gute Erfahrungen mit einer Form des Kapitalismus gemacht haben. Dieser ordentliche Kapitalismus – eingebettet in eine soziale und demokratische Wirtschaft – beinhaltet Chancen gleichermaßen wie Risiken. In einem solchen Kapitalismus wären „systemrelevante Banken“ mit ihrem kriminellen, erpresserischen Potential völlig undenkbar. Ebenso undenkbar wäre die „marktkonforme Demokratie“ – demokratiekonforme Märkte dagegen schon. Wir sollten „den Kapitalismus“ also nicht pauschal verurteilen – wir sollten ihn wieder installieren! Es wäre ja sicherlich ebenso merkwürdig, Fußball abzuschaffen, weil eine einflussreiche Wettmafia daran interessiert ist, die Schiedsrichter zu verjagen?!

 

Der oben verlinkte Artikel kritisiert ebenso große Teile der Medienlandschaft: „Genauso wenig mangelt es an einer ebenso willfährigen, sich im tiefen Kniefall vor den Kapitalinteressen beugenden Medienlandschaft.“

 

Nachfolgend will ich versuchen, das Thema „Sponsoring / Charity“ aus regionaler Perspektive zu betrachten.

 

Im ersten Teil stelle ich Überlegungen zur Spendenaktion „Freude für alle“ der Nürnberger Nachrichten an. Hierbei geht es auch um den Auftrag einer Tageszeitung. Es geht um die „Pflicht“ einer Tageszeitung und es geht um eine mögliche „Kür“.

 

Im zweiten Teil befasse ich mich nochmals mit dem Gutmenschentum / Sponsoring der örtlichen VR Bank. Insbesondere einige bemerkenswerte Aussagen des Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Glenk rücke ich dabei in den Mittelpunkt.

 

Abschließend wende ich mich mit einem offenen Brief an Herrn Glenk.

 

 

„Freude für alle“ - die Weihnachtsaktion der Nürnberger Nachrichten

 

Sie hilft „gezielt und unbürokratisch“ Menschen, die ins soziale Abseits und in Not geraten sind: Familien und speziell Kindern, die unter Armut besonders zu leiden haben.

In täglichen Aufrufen stellt die Weihnachtsaktion Schicksale von Hilfsbedürftigen vor. Die Weihnachtsaktion ist als gemeinnützig anerkannt. Alle Spenden sind steuerlich abzugsfähig.

 

Beispiel eines „Schicksals“: Fall 11, veröffentlicht am 21.11.2013: „Trotz langer Schichtarbeit reicht Rente nicht - Nach 39 Jahren Arbeit ist die zweifache Mutter auf Sozialleistungen angewiesen“.

Vorgestellt wird eine Seniorin. Sie holt sich jede Woche wichtige Lebensmittel von der "Tafel" – sie gehört zur wachsenden Gruppe der "armen Alten". "Ich habe mehr als 39 Jahre lang gearbeitet, davon 30 in Vollzeit", erzählt die Seniorin. Und doch bringt all das der 68-Jährigen gerade mal 665 Euro Rente ein. Jede unerwartete Extraausgabe, ob Reparatur oder Nachzahlung, lässt sie schier verzweifeln. Lange Erziehungspausen hatte sich die gelernte Einzelhandelskauffrau nach der Geburt ihrer beiden Töchter nie leisten können. Dass ihre Rente dennoch so dürftig ausfällt, erstaunt umso mehr, wenn man sieht, was und wo sie gearbeitet hat: Sie schuftete zehn Jahre lang mit dem Lötkolben am Band, 13 Jahre folgten in der TV- und Videorekorder-Produktion, dann noch 15 Jahre als Anleiterin in einer Werkstatt für Behinderte. Das trotz Schichtzulagen dürftige Einkommen besserte sie nebenher noch mit Einsätzen als Putzkraft auf. Ein Wirbel- und Bandscheibenschaden brachte ihr vor zehn Jahren einen Behindertenausweis ein. Trotzdem hat sie in den letzten Jahren noch ihre Mutter versorgt und gepflegt.

 

Nun zu meiner Einschätzung: Entgegen den Nürnberger Nachrichten kann ich nicht erkennen, dass die 68-jährige Seniorin Opfer eines „Schicksals“ ist. Ich kann jedoch sehr gut erkennen, dass diese Dame unter Armut zu leiden hat. Schicksale / Schicksalsschläge kommen unerwartet, ausgelöst durch Unfälle, Krankheiten oder Naturkatastrophen. Die stark anwachsende Gruppe der „armen Alten“ würde ich nun nicht unbedingt als Naturkatastrophe sehen – vielmehr als Krankheit. Nun allerdings nicht als Krankheit im klassischen Sinne. Erkrankt sehe ich hier nicht die Seniorin – böse erkrankt sehe ich vielmehr den Politikbetrieb marktradikaler Fundamentalisten. Heute wie gestern regierende neoliberale Taliban predigen - nicht nur auf Parteitagen - „Wachstum“, „Wohlstand“ und „Fortschritt“.

Nun sollte auch von den Nürnberger Nachrichten – der „Anwältin“ der 68-jährigen Seniorin – hinterfragt werden: eine neoliberale Ideologie, die zunehmend nur noch auf die Interessen einflussreicher „(Finanz)Eliten“ - auch „Schmarotzer“ oder „moderne Asoziale“ genannt - zugeschnitten ist, die Lebensumstände der Mehrheit der Menschen jedoch verschlechtert, was soll daran „fortschrittlich“ sein? Wenn die Einheitspartei (mit mehreren Flügeln) zur Klientellobbythek der (Finanz)Konzerne verkommt, wenn die ausgeübte Form der „Politik“ zu Lasten der Hilf- und Mittellosen geschieht, dann nenne ich das eine Politik der Veruntreuung, eine Politik der Faulheit, eine Politik der Verwahrlosung! Aus der Lobbythek Berlin herauszunehmen ist eine einzig verbliebene Oppositionspartei, die sich auf geradezu unverschämter Art und Weise verweigert, dem marktradikalen Einheitsblock beizutreten. Aus der Lobbythek Berlin herauszunehmen sind ebenso alle Abgeordnete, die zumindest gelegentlich einen Blick in das Grundgesetz und in niedergeschriebene Bürgerrechte werfen und ihre Abgeordnetentätigkeit entsprechend danach ausrichten. Diese „gefährdete Art“ findet man bei geduldiger Suche übrigens noch immer in allen Parteien.

 

Was und wie „hinterfragen“ die Nürnberger Nachrichten? - Längerfristige Beobachtungen – Pflicht und Kür

 

Seit Ausbruch der sogenannten Finanzkrise wiederholt sie gebetsmühlenartig die immer gleichen Floskeln. Beispiele: „Die Schere öffnet sich immer weiter“ oder „Erhöhtes Armutsrisiko“ oder „Staatliche Verschuldung trotz Rekordeinnahmen“ oder „Zunahme prekärer Beschäftigung“. Ich muss gestehen: an guten Tagen, die ich zum Glück zahlreich habe, langweilige ich mich dabei extrem. An den weniger guten Tagen ärgere ich mich darüber! Dabei teile ich „Kritik“ der Nürnberger Nachrichten durchaus. Doch diese ständige „Kritik“ wird dann zur Komödie (ja im Grunde zu einem Armutszeugnis), wenn die Zeitung ständig nur blutleere, mutlose oberflächliche Kritik übt, ohne wirkliche Alternativen aufzuzeigen! Alternativen, die es immer gibt, die aber aufgrund irgendwelcher ungeschriebener Gesetzgebung (?) unter dem schweren Teppich der Verschwiegenheit verbannt bleiben (müssen)! Vielleicht meint die Redaktion der Nürnberger Nachrichten ja auch, kosmetische Pinselstriche wie sie beispielsweise die SPD im Wahlkampfgebrüll einforderte (lt. Wikipedia „die NN eher links von der Mitte, in kommunalen Fragen der SPD sehr nahe“), wären „Alternative“ genug? Schreibt sie wohlwollend über diese Parteien-Kosmetik, so erfüllt sie damit ihren journalistischen Auftrag!? Ich empfinde die Gleichschaltung der sogenannten etablierten Parteien als extremes Übel! Erdbeermarmelade, Fruchtanteil 45,2 % - Erdbeermarmelade, Fruchtanteil 45,4 % - Erdbeermarmelade, Fruchtanteil 45,3 %. Das führt zwangsläufig zu Politikverdrossenheit derer die gelegentlich Honig möchten (auch über den Wahltag hinaus!).

 

Beispiel einer typischen „Kritik“ der „sozialdemokratisch“ geprägten Nürnberger Nachrichten aus dem Artikel „Generation Gauck“ (Mittwoch 03. Oktober 2012): „Angela Merkel schaffte es sogar ins Kanzleramt, das sie bis heute mehr schlecht als recht verwaltet“. Eine dieser typischen inhaltslosen Phrasen. Man mag von dieser Kanzlerin denken was man mag - doch seien wir ehrlich: diese Person führt doch nur die „Politik“ der Vorgängerregierungen fort! Eine „Politik“ der Umverteilung (von unten nach oben)! Eine marktkonforme „Politik“ des Sozialabbaus! Eine „Politik“ der Diskriminierung (absurdes Beispiel: Aufrechterhaltung der steuerlichen Schlechterstellung von Einkommen aus Erwerbsarbeit gegenüber leistungsloser Kapitaleinkommen)!

Eine „Politik“ des weiteren Ausbaus staatlich subventionierter Selbstbedienungsautomaten für unsere (?) sogenannten „Eliten“, also für Schmarotzer / moderne Asoziale.

 

Was sind das für Alternativen, die die NN so hartnäckig ignoriert?

 

Beispiel: Am 20. August 2012 erschien in der „Zeit“ ein hochinteressanter Artikel über die Geldschöpfung! Der Artikel befasste sich mit dem sogenannten „Vollgeld“. Die Idee des Vollgeldes ist demnach nicht neu! Bereits in den 30-er Jahren (einer Zeit, die unserer heutigen in mancherlei Hinsicht sehr ähnlich war) befasste sich US-Präsident Roosevelt intensiv mit dieser Idee. Letztendlich scheiterte eine Umsetzung (natürlich) am Widerstand der Finanzbranche. Aktueller Anlass des Zeit-Artikels war, dass zwei Volkswirte des IWF der Idee ein gutes Zeugnis ausstellten: die Idee sei eine "höchst wünschenswerte Initiative", wurden die IWF-Mitarbeiter zitiert! Ich war begeistert über diesen erfrischenden Bericht und recherchierte weiter. Ich befasste mich daraufhin allgemein mit der Geldschöpfung. Das Geldmonopol liegt beim Staat (Herstellung von Banknoten und Münzen)! Bedenkt man, dass inzwischen der Großteil allen Geldes durch die Vergabe von Krediten durch private Geschäftsbanken aus dem Nichts „geschöpft“ wird (Giralgeld), so stellt sich automatisch die Frage nach der Rechtmäßigkeit dieser absurden Konstruktion (Verfassungskonform? Geldmonopol einerseits beim Staat – tatsächliche Geldschöpfung inzwischen weitgehend durch Geschäftsbanken? Subventionierung der Geschäftsbanken auf Kosten der Steuerzahler?!) Fragen über Fragen! Die „Mutter aller Fragen“ stelle ich nun den Nürnberger Nachrichten: warum ignoriert sie Meldungen dieser Art? Warum verweigert sie sich der zwingend notwendigen Aufklärungsarbeit? Ist es fair, die Kanzlerin der Alternativlosigkeit zu kritisieren, obwohl die Nürnberger Nachrichten selbst nicht bereit sind, über den Tellerrand des neoliberalen Mainstream zu blicken? Wie lebt es sich im Nebel? Diese Frage richte ich an die Chefredakteure der NN. Warum muten Sie diesen Nebel – der ihnen gefallen mag – ihren Lesern zu?

 

Berge von Themen warten sehnsüchtig auf verantwortungsvolle Journalisten. Weiteres Beispiel: Island. Warum ignorieren die Nürnberger Nachrichten bis heute den isländischen Weg im Umgang mit Finanzkrisen? Ein Weg, der an Demokratie und Kapitalismus erinnert (beides muss sich tatsächlich nicht ausschließen!). Wurde der Redaktion die Berichterstattung unter Androhung der Todesstrafe verboten? Von wem wurde die Berichterstattung verboten?

 

Weiteres wichtiges Beispiel Staatsfinanzierung (Interessen der Nürnberger Nachrichten an diesem wichtigen Thema tendieren gegen Null):

Die Notenbank stellt Geld zur Verfügung, private Banken leihen sich dieses Geld für 1 % (damaliger Leitzins – inzwischen auf 0,25 % gesenkt), kaufen sich Anleihen von beispielsweise Italien (Rendite 6 %) und hinterlegen diese als Sicherheit wieder bei der Zentralbank. So schneiden sie sich 5 % raus, völlig ohne Risiko – denn das Risiko liegt bei dieser Bankensubvention (nichts anderes ist es) komplett wieder bei der Zentralbank. Mit welcher Begründung? Für was brauchen wir die private Bank dazwischen? Warum kann die Zentralbank das nicht direkt machen? Zu günstigeren Zinskonditionen oder auch ganz ohne Zinsbelastung!

Den Nürnberger Nachrichten scheint es völlig egal, dass das gegenwärtige Finanzsystem einzig im Dienst der „Finanzwirtschaft“ steht. Muss ein Geldsystem in Diensten der Realwirtschaft und der Menschen Utopie bleiben. Für die Nürnberger Nachrichten ganz bestimmt?!?

 

Doch lassen Sie uns nun zurückkommen zur Weihnachtsaktion der Nürnberger Nachrichten und zum „Schicksal(?)“ der 68-jährigen Seniorin. Offenbar wundert man sich selbst in der Redaktion der Nürnberger Nachrichten darüber, dass ihre Rente so dürftig ausfällt, obwohl sie doch sehr lange gearbeitet hatte.

Im Rahmen der Weihnachtsaktion „Freude für alle“ wird von „Schicksalen“ berichtet. Ich will nun aufzeigen, dass die Hungerrente der Seniorin nichts, aber auch gar nichts mit „Schicksal“ zu tun hat! Die Hungerrente ist kein Zufall – sie ist genau so gewollt – wurde aus Reihen der Lobbyisten über dem Umweg Politik entschieden! Speziell auf die „Rentenpolitik“ will ich nun nicht eingehen.

 

Damit es gut überschaubar bleibt, durchleuchte ich grob die Zeitspanne 1998 bis 2012.

Deutschland ist ein großartiges Land von sehr fleißigen Menschen. Ich lese das täglich in den Medien. Stimmt das? Es scheint tatsächlich zu stimmen: lag das BiP 1998 noch bei 1960 Milliarden Euro, so weisen die Statistiken für das Jahr 2012 ein BiP in Höhe von 2644 Mrd. Euro aus. Eine stolze Steigerung in Höhe von fast 35 % - Respekt! Zurücklehnen? Tee trinken? Nein, das ist noch lange nicht alles! Also weiterstöbern – am besten bei der Staatsverschuldung! Deutschland, ein großartiges Land – neuerdings gar Zuchtmeister Europas – weist im Jahre 1998 eine Staatsverschuldung in Höhe von 1165,4 Milliarden Euro aus. Und siehe da: 2012 erhöhte sich der Schuldenstand geringfügig auf 2068,3 Milliarden Euro. Es scheint so, als würde sich die politische Intelligenz(?) zusammen mit den beratend zur Seite stehenden Lobbyisten und „Ökonomen“ ein in vielerlei Hinsicht schädliches Wachstum in Höhe von 35 % in erster Linie schuldenfinanziert (Zunahme von über 77 %!!) erkaufen.

 

Hochinteressant auch folgende Überlegung: mal angenommen ein Repräsentant der wachsenden Gruppe der „armen Alten“ ist Brillenträger. Auch er hatte immer fleißig gearbeitet und so zur genialen BiP-Steigerung mit beigetragen. Er kaufte sich im Jahre 1998 eine Brille und zahlte dafür 274,-- DM bei einem MwSt-Satz in Höhe von 15 %. Seine Krankenkasse übernahm damals einen Anteil in Höhe von 77,-- DM. Im Jahre 2013 verschreibt ihm sein Augenarzt eine Gleitsichtbrille. Kosten: 1060,-- Euro bei einem MwSt-Satz in Höhe von 19 % (!), bei einer Kassenzulage in Höhe von exakt 0 Euro.

Fazit: im Jahre 1998 (35 % geringeres BiP) war das unterentwickelte(?) und rückständige(?) Deutschland noch in der Lage, seinen Bürgern soziale Standards (geringere MwSt-Belastung und Zuzahlungen durch die Krankenkassen) zu gewähren. Doch es ist keinesfalls so, dass die „armen Alten“ nun völlig von den Segnungen des glorreichen Wachstums ausgeschlossen bleiben: für Hotelübernachtungen (Golffreizeit auf Sylt?) oder dem Erwerb von Kunstgegenständen werden die „armen Alten“ nun nur noch mit dem ermäßigten Steuersatz in Höhe von 7 % belastet! Schön!

 

Frage: „Wohin wandern denn die +35 % aus dem so segensreichen Wachstum?“

Diese Frage ist nicht wirklich schwer zu beantworten. Die Nürnberger Nachrichten interessieren sich nicht dafür!

 

Pflicht und Kür:

 

Medien haben einen Auftrag. Auf Entwicklungen hinzuweisen – Entwicklungen zu hinterfragen – Alternativen vorzustellen. Das alles sollte ähnlich selbstverständlich sein wie ein Bäcker Brot backt! Ich würde das als journalistischen Auftrag – als „Pflicht“ - betrachten.

Am 23. November befand sich auf Seite 4 der Nürnberger Nachrichten der Artikel „Vorbild Schweiz – Eidgenossen zeigen, wie Referenden funktionieren“. Es war einmal mehr einer dieser zugekauften dpa-Artikel. Der Artikel behandelt sehr wohlwollend die besonderen Rechte der Schweizer in Bezug auf direkte Demokratie. Im Artikel lese ich: „dass Deutsche sich anscheinend damit zufriedengeben, alle paar Jahre Volksvertreter wählen zu dürfen, ohne zwischendurch stets per Referendum mitentscheiden zu können, wundert so manchen in der Schweiz“.

Gerade weil uns in Deutschland die direkte Demokratie so schwer gemacht wird, auch gerade deshalb kommen den Medien dieses Landes eine ganz besondere Verantwortung zu. Gerade deshalb ist es zwingend notwendig, die Propaganda der Alternativlosigkeit medial zu entzaubern. Das ist die „Pflicht“ von der ich sprach! Verweigern sich die Nürnberger Nachrichten (und aus meiner Sicht tun sie das!!), so werden sie zum Komplizen derer, die sie mit oberflächlichen und inhaltsarmen Phrasen doch eigentlich „kritisieren“.

 

Betrachtet man die „Kür“ der Nürnberger Nachrichten nun in diesem Zusammenhang, so fragt man nach dem Sinn einer solchen „Kür“. Ein Bäckermeister verweigert sich Brot zu backen – gelegentlich backt er Brot, hart wie Stein. Was nützen der Kundschaft die beiden Pralinen in der Auslage?

Die Redakteure der Nürnberger Nachrichten sollten hinterfragen: nützen die Almosen aus der Spendenaktion der 68-jährigen Seniorin? Ja, die „Kür“ nützt der Seniorin: kurzfristig! Die Redakteure der Nürnberger Nachrichten sollen nun aber auch ebenso hinterfragen: wie wäre der Lebensstandard der Seniorin möglicherweise heute, wenn sie in den zurückliegenden Jahren einfach nur ihre „Pflicht“ getan hätten, wenn sie sich gegen den politisch verordneten Verarmungskurs ganzer Bevölkerungsschichten wirklich positioniert hätten? Wenn sie ihre Stimme für Demokratie, Kapitalismus und Menschenrechte erhoben hätten? Vielleicht gäbe es dann gar nicht die Notwendigkeit der „Kür“? Brauchen die Nürnberger Nachrichten etwa gar die Kür....?

 

Geplant war, meine Betrachtung der Weihnachtsaktion „Freude für alle“ der Nürnberger Nachrichten an dieser Stelle abzuschließen.

Nun präsentierte mir diese Zeitung in ihrer Wochenendausgabe 23. November 2013 einen weiteren Fall von Hilfsbedürftigkeit.

 

Fall 13: „Niere nicht zu retten – Junge Patientin und Mutter sind wohnungslos“

 

Die 6-jährige Tochter einer alleinerziehenden Mutter erkrankte an Krebs. Dieses Mädchen bekommt seit Ende Oktober eine Chemotherapie in einer Kinderklinik.

Als wäre das alles nicht alleine schon schlimm genug, informiert der Artikel der Nürnberger Nachrichten weiter:

„Tragischerweise verknüpft sich der Krankenhausaufenthalt mit einer großen Ungewissheit: Die alleinerziehende Mutter und ihre Tochter wissen nicht wohin, wenn die Behandlung eines Tages beendet werden kann. Deshalb hat der Gesundheitsdienst beim Landratsamt die Weihnachtsaktion kurzfristig und dringend um Unterstützung für die beiden gebeten“.

 

Dieser Artikel ist in jeglicher Hinsicht nur etwas für Hartgesottene und Fortgeschrittene! Dieser Artikel ist ein Artikel der SKANDALE!! Mehrere Skandale greifen hier ineinander:

Die Wohnungsnot an sich in einem reichen Land: wie viele Wohnungen und Hotels stehen leer in diesem Land? Wie viele Wohnungen stehen leer, weil man auf finanzkräftige Investoren / Mieter warten möchte? Spekulanten- und Vermögensschutz vor Menschenschutz!

Demographische Entwicklung: Das Gespenst des demographischen Wandels geistert ganz im Interesse der neoliberalen Fundamentalisten in der Öffentlichkeit. „Die Deutschen sterben aus, wir brauchen Nachwuchs, wir brauchen Fachkräfte, die Industrie braucht dringend frisches Menschenmaterial.....“

Aus dem Bericht der Weihnachtsaktion geht hervor, dass sich die Mutter des erkrankten Mädchens für ein Studium an einer Technischen Hochschule eingeschrieben hatte. Die (un)verantwortlichen Stellen haben ganz offensichtlich keine Lust oder sonst kein Interesse, sich für eine Wohnungssuche einzusetzen. So wird also mit zukünftigen Fachkräften in diesem Land umgegangen. Schande über Deutschland! Soviel auch zur problematischen „demographischen Entwicklung“.

Journalistisches Gespür der Nürnberger Nachrichten:

Mutter und Tochter wissen also nicht wohin, wenn die Behandlung eines Tages beendet werden kann. Das Landratsamt (oder der Gesundheitsdienst beim Landratsamt) hat irgendwie keine Idee oder Motivation oder ist „eben nicht zuständig“ und schiebt – das ist sehr praktisch – den „Fall“ zur privaten Almosensammlung der Nürnberger Nachrichten! Dort wird der „Fall“ tatsächlich zu „Fall 13“, denn die Nürnberger Nachrichten nehmen ihn tatsächlich in ihre Spendenaktion mit auf.

Ansonsten ganz offensichtlich keinerlei weitere Überlegungen. Muss man das begreifen? In einer Zeitung arbeiten bestenfalls Journalisten. Doch diese Journalisten sind ganz offensichtlich derart abgestumpft oder gleichgültig, dass sie die Dimension von „Fall 13“ nicht wahrnehmen können! Sie machen aus dem doppelten Unglück der beiden also nüchtern „Fall 13“. Ich kann mir das nur so erklären, dass diese „Journalisten“ Wohnungslosigkeit - selbst von Mutter und krebserkranktem Kind - als völlig normal, als unvermeidbare Begleiterscheinung unserer Zeit halten. Journalisten würden sich diesem unerhörten Vorgang annehmen. Sie würden recherchieren, sie würden den Vorgang als Skandal erkennen und ihn als Skandal entsprechend auch veröffentlichen! „Journalisten“ der Nürnberger Nachrichten packen den Vorgang jedoch in die Kiste der Almosenaktion, notieren darauf die „13“, und veröffentlichen dann auf ihrer Titelseite folgende investigativen Perlen: „Tonnenweise Salz auf Lager – Der Winter kann kommen“ (das war tatsächlich die Topüberschrift dieser Wochenendausgabe) oder „Viel Gelächter über Waldis Blamage – Falscher Tipp bei Günther Jauch“ (tatsächlich ebenfalls auf Seite 1 gedruckt).

 

Ich möchte an dieser Stelle nun nicht weiter von „den Journalisten“ reden! Deshalb meine vorweihnachtliche Botschaft an die Herren Heinz-Joachim Hauck, Alexander Jungkunz und Michael Husarek: ganz offensichtlich sind Sie an Journalismus nicht (mehr) interessiert. Im Laufe eines Lebens können sich Interessenschwerpunkte durchaus ändern, das ist keine Schande. An solchen Wendepunkten angelangt, tut ein Schnitt gut. Ein Schnitt hin zu einer Beschäftigung, die einen gewissen Reiz ausübt.

 

 

Wohltätigkeiten der VR Bank Dinkelsbühl (Herren Glenk / Neitzel)

 

dieser zweite Teil meiner heutigen Eintragungen soll sich nochmals ausführlich mit dem Gutmenschentum / Sponsoring der örtlichen VR Bank beschäftigen. Welcher Antrieb liegt den medial perfekt vermarkteten Sponsoringaktionen zugrunde? Pure Nächstenliebe oder etwa gar die mediale Inszenierung selbst? Insbesondere eine völlig widersprüchliche – im Zusammenhang mit der (gespielten?) „Fürsorge“ des Bankers völlig kontraproduktiven und entlarvenden - Aussage des Vorstandsvorsitzenden Dr. Christoph Glenk soll hier nochmals behandelt werden.

 

Eine allgemeine Info möchte ich den Lesern meiner Eintragungen nicht vorenthalten. Ich selbst bin Mitglied der örtlichen Genossenschaftsbank seit 1988 – bin also sozusagen Teil der „Familie“. Nun könnte man mir schlechten Stil vorwerfen, dass ich hier auf dieser Seite ÜBER Personen schreibe, statt MIT ihnen zu kommunizieren (in einer Rückmeldung zu meiner Homepage, wurde das entsprechend angesprochen. Ich möchte die Gelegenheit nutzen und mich überhaupt für die zahlreichen Rückmeldungen bedanken).

Hierzu kann ich nur anmerken, dass ich meine Differenzen mit Herrn Binder von der FLZ (Verweigerung einer Berichtigung, mehrfache Verweigerung von Lesermeinungen, Verweigerung einer kostenpflichtigen Anzeige) zunächst natürlich außerhalb der Öffentlichkeit beilegen wollte. Erst nachdem sämtliche Versuche gescheitert waren, entschied ich mich für diese einzig verbliebene Art der Meinungsäußerung als Form der Selbst- bzw. Nothilfe. Doch statt nun weiterhin ÜBER das „Familienmitglied“ Dr. Christoph Glenk zu schreiben, will ich heute MIT ihm kommunizieren. In Form eines offenen Briefes.

Ein persönlich an ihn adressiertes Schreiben wurde von Herrn Dr. Christoph Glenk ignoriert. Aus diesem Verhalten resultiert nun konsequenterweise nachfolgender offener Brief:

 

 

Herr Glenk,

 

zunächst finde ich es nicht „ideal“, dass Sie mein an Sie persönlich gerichtetes Schreiben ignorieren. Wie soll ich ihr Verhalten werten? Wie sollen alle anderen Kunden und Mitglieder der VR Bank Dinkelsbühl ein solches Verhalten bewerten? Wie verträgt sich ihr Verhalten (Praxis) mit den „klar definierten Wertvorstellungen“ (Theorie), mit denen Sie inflationär werben?

Es wirkt wie ein schlechter Witz, wenn Sie aktuell auf ihre Kontoauszüge folgende Phrase drucken:

Sie sind voller Fragen. Wir haben Antworten, wie Sie ihre Wünsche und Ziele erreichen können.“ Der Praxistest hat bewiesen: für die ganze Genossenschaft nicht unwesentliche Fragen, die Sie vom langjährigen Genossenschaftsmitglied Herbert Richter – Teil der Familie - gestellt bekommen haben, interessieren Sie nicht! Ihre Kontoauszugsfloskel kommt daher einer frechen Täuschung der Öffentlichkeit gleich!

 

Auf meiner Homepage wurde ein „gewisses Zusammenspiel“ (kostenlose Lobbyarbeit und Unterbindung kritischer Lesermeinungen) zwischen VR Bank und der örtlichen Presse bereits thematisiert. Im umfangreichen PR-Artikel der FLZ vom 15.05.13 zur Vertreterversammlung der VR Bank Dinkelsbühl, werden Sie folgendermaßen zitiert:

das historisch niedrige Zinsniveau auf der Einlagenseite lasse weder beim Kunden Freude aufkommen noch ermögliche es für die Bank eine rentable Zinsspanne“.

Mit Aussagen dieser Qualität provozieren Sie geradezu einen Leserbrief. Ihr Filter, Herr Binder (FLZ), verweigerte mir diesen Leserbrief ganz in ihrem Interesse. Meine berechtigte Frage blieb daher leider bis heute unbeantwortet. Somit stelle ich ihnen diese Frage heute erneut:

 

Herr Glenk,

Sie bedauern, dass das historisch niedrige Zinsniveau (Leitzins 0.5 %) für ihre Bank keine rentable Zinsspanne ermöglicht. Auf ihrer Homepage bewerben Sie aktuell Festgeldanlagen in Höhe von 0.1 % als „attraktiven Ertrag“. Für Kontoüberziehungen verrechnen Sie einen Zinssatz in Höhe von 12.5 % bzw. 16.5 %. Herr Glenk: bitte erklären Sie mir und allen anderen Kunden detailliert, was Sie unter „rentable Zinsspanne“ verstehen. Vielen Dank für ihre Bemühungen.

 

Anmerkung: die angegebenen Konditionen wie Leitzins stammen aus Sommer 2013, als der Leserbrief von mir ursprünglich geschrieben wurde.

 

Herr Glenk, wie Sie sicherlich wissen, habe ich ihr Dispoangebot zu diesen Konditionen inzwischen abgelehnt. Mit den aus meiner Sicht sittenwidrigen Zinsen kann ich mich nicht einverstanden erklären.

 

Eine weitere Ungereimtheit bedarf der Klärung: Die Steuerlast der VR Bank Dinkelsbühl.

Im kostenlosen PR-Artikel ihres Partners FLZ vom 15.05.13 werden Angaben zur Bilanz 2012 gemacht. Gem. Angaben ihrer linken (oder rechten) Hand – Herr Fabian Neitzel – konnten als Bilanzgewinn 2,023 Millionen Euro ausgewiesen werden. Sie, Herr Dr. Christoph Glenk, wurden im gleichen Artikel wie folgt zitiert: „Im Gegensatz zu Großbanken, von denen einige in Deutschland keine Steuern mehr zahlten, habe die VR Bank Dinkelsbühl rund 4 Millionen Euro Steuern an Kommune und Landkreis abgeführt“. Auf der Homepage der VR Bank Dinkelsbühl kann man dagegen nachlesen: „als Steuerzahler haben wir über 2,628 Mio. Euro Steuern gezahlt“!

Herr Glenk, eines scheint doch ganz offensichtlich: Sie versuchen hier mit der Steuerlast der VR Bank Dinkelsbühl zu punkten. Sie wettern gegen ihre Mitbewerber, den „bösen Großbanken“, „von denen einige in Deutschland keine Steuern mehr zahlten“. Sie halten dagegen mit der eigenen Steuerlast und stellen sich als „Gutbanker“ dar. Herr Glenk, wie kommt die Steuerlast von rund 4 Millionen Euro in die Zeitung? Auf ihrer eigenen Homepage wurde diese mit 2,628 Millionen ausgewiesen. Haben Sie diese Zahl etwa ganz bewusst manipuliert, weil Sie wissen, dass ihnen die FLZ aus der Hand frisst und ihr Zahlenwerk nicht überprüfen wird?

Ich hatte auf meiner Homepage in einem vorangegangenen Eintrag (01.07.13) die Steuerlast in Höhe von 4 Mio (bei einem Bilanzgewinn in Höhe von 2,023 Mio) hinterfragt. Ich halte eine derart hohe Besteuerung für völlig utopisch. Selbst die auf ihrer Homepage angegebene Steuerlast in Höhe von 2,628 Mio Euro halte ich noch für völlig überzogen.

Herr Glenk: wie soll ich ihnen als Genossenschaftsmitglied ansatzweise Vertrauen entgegenbringen, wenn Sie – wie es scheint - der Selbstdarstellung wegen mit falschen Zahlen jonglieren?

Ich habe zu ihrem Zahlenwerk keinerlei Vertrauen! Deshalb bitte ich Sie, mir eine Kopie Ihrer Bilanz 2012 zukommen zu lassen. Als Genossenschaftsmitglied habe ich das Recht ihr dubioses Zahlenwirrwarr zu überprüfen!

 

Nun zum Thema Wohltätigkeit:

 

Matten, Sprungwürfel, Almosen für Sportvereine im Rahmen der Aktion „Sterne des Sports“, Bücherkisten, Bänke und vieles mehr. All das präsentieren Internet-Suchmaschinen dann, wenn man sie mit dem Namen „Dr. Christoph Glenk“ füttert. Wer ist dieser Edelmann?

Mutter Theresa lebte in Kalkutta. Gibt es hierzu ein regionales Gegenstück? Herr Glenk, ist an ihnen ein Missionar verlorengegangen? Stecken Sie in einem falschen Beruf fest? Natürlich nicht – Sie stecken in KEINEM falschen Beruf, darauf werde ich später noch zurückkommen!

 

Gem. „Allensbacher Berufsprestige-Skala 2013“ liegt der Beruf des Arztes unangefochten an der Spitze der Skala: 76 Prozent der Deutschen zählen den Arzt zu den fünf Berufen, die sie am meisten schätzen. Zum Schlusslicht der Rangliste gehören unverändert Banker (3 Prozent). Warum ist das so? Warum führen selbst verzweifelte Versuche des „Social Washings“ zu keiner besseren Wahrnehmung in der Öffentlichkeit? Ich habe hierzu auch keine fertige Antwort, doch ich denke es liegt wohl daran, dass ein „soziales Gewissen“ aus der Bankenbranche nicht ernst gemeint ist – gar nicht ernst gemeint sein kann - und daher völlig zu Recht als „Social Washing“ wahrgenommen wird.

 

Was fällt mir nun zu ihrem großen Herzen ein?

Gem. Homepage der VR Bank Dinkelsbühl, stellte die Bank im Jahr 2012 fast 58.000 Euro für soziale, karitative, sportliche und kulturelle Einrichtungen zur Verfügung. Nachprüfbar ist das für mich natürlich nicht - doch ich gehe nun wohlwollend davon aus, dass die Summe schon einigermaßen stimmen wird. Nach eigenen Angaben der Bank hat das Unternehmen 37.000 Kunden und Mitglieder. Pro Kunde lassen sich somit 1,56 Euro zur Rettung des Gemeinwohls errechnen. Dieser Kraftakt sollte also durchaus zu stemmen sein! Kommen wir nun aber zum wesentlichen Zweck des Sponsorings der VR Bank Dinkelsbühl. Die Bank ist kein Wohlfahrtsverein - was könnte also hinter den großen, vor Wohltätigkeit wild pochenden Herzen der Herren Glenk & Neitzel stecken? Knapp und nüchtern: Marketing!

Nicht nur mir ist aufgefallen, dass die Bank keinerlei Anzeigenwerbung betreibt. Sie hat diese herkömmliche und kostenintensive Form der Werbung nicht nötig.

Herr Glenk, machen Sie uns nichts vor: ihr „Sponsoring“ ist Marketing! Wenn Sie ihr 58.000 Euro geballtes Gutmenschentum in 2000-Euro-Häppchen servieren, erhalten Sie 29 x mediale (kostenlose!) Berichterstattung durch ihren Lautsprecher „Fränkische Landeszeitung“. Auch das Rundumpaket („Firewall“) der FLZ überzeugt, hält Herr Binder doch gar Kritik von ihnen fern!

Egal, ob nun 29 oder 20 kostenlose PR-Artikel. Über das Jahr gesehen kommt so manche Seite kostenloser Berichterstattung (PR) über ihre Bank zusammen. Wirft man einen Blick auf die Anzeigenpreise der FLZ, so halte ich es für durchaus wahrscheinlich, dass Sie bei entsprechender Anzeigenschaltung sogar tiefer in die Nadelstreifen greifen müssten. Ihre Marketingabteilung beherrscht die Grundrechenarten! Letztendlich bezahlt ihre Werbung der FLZ-Leser. Ja, Sie dürfen mir das schon glauben, ich will es ihnen gerne ausführlicher erklären:

Die FLZ gewährt der VR Bank Dinkelsbühl kostenlose umfassende Werbung für deren Sponsoringaktionen (Selbstbeweihräucherung?). Die der FLZ nun fehlenden Einnahmen aus dem Anzeigenverkauf werden dann auf die Abonnenten umgelegt (siehe auch Ankündigung Preiserhöhung der FLZ in Ausgabe 241 auf inzwischen stolze 378,-- Euro / Jahr).

Der FLZ-Leser sponsert somit also allerlei: Matten, Sprungwürfel, Almosen für Sportvereine im Rahmen der Aktion „Sterne des Sports“, Bücherkisten, Bänke und vieles mehr. Natürlich muss hinterfragt werden, warum der Leser das alles über den Umweg „VR Bank Dinkelsbühl“ finanzieren muss?

 

Nun komme ich zu einem echten „Sahnestückchen“.

Herr Glenk: Sie sind ein Mann der klaren Worte! Sie stehen mitten im Leben und Sie sprechen als Ehrenmann der Stadt Dinkelsbühl couragiert soziale Fehlentwicklungen an. Die FLZ berichtete am 18.05.13 über ihre Sponsoringaktion „Kindertagesstätte St. Georg“. Die Kindergartenbeauftragte der Katholischen Kirchenstiftung stellte dem Bericht nach fest „ohne Sponsoren wären viele notwendige Austattungsgegenstände nicht mehr finanzierbar“. Sie, Herr Glenk ergänzten: „dass sich der Staat immer weiter aus vielen Bereichen zurückziehe. Die so entstandenen Löcher zu stopfen sei nicht einfach. Wünschenswert wäre jedoch, dass der Staat die Kindertagesstätten noch besser unterstützen würde.“.

Im Rollenspiel „mediale Vermarktung“ philosophieren Sie über Fehlentwicklungen im Gemeinwohl. Genauer: Sie mahnen an, dass „der Staat“ Kindertagesstätten nicht ausreichend unterstützt! Nun kommen wir nicht daran vorbei, zu definieren: was und wer ist das „der Staat“. Sind das unsere Bürgermeister, ist das unser Landrat, ist das ihre Familie, sind das wir Alle oder sind das die Anderen?

Herr Glenk, ich sprach das bereits an: Sie sind kein Repräsentant einer Hilfsorganisation. Die mediale Vermarktung ihres Unternehmens nimmt nur einen kleinen Teil ihrer Aufgaben in Anspruch. Wie glaubwürdig ist ihr „soziales Engagement“?

 

Baustellenwechsel: Redaktioneller Beitrag der „WochenZeitung Dinkelsbühl“ vom 23.03.13 über die gute, partnerschaftliche Zusammenarbeit zwischen VR Bank Dinkelsbühl und „DZ Privatbank“. Wesentlicher Inhalt des Artikels: Die „DZ Privatbank“ erhielt von einem Verlag eine Auszeichnung für ihre „hervorragende Arbeit“. Im Bericht der „WochenZeitung“ wurde die „DZ Privatbank“ als „eine Zentralbank der Volksbanken Raiffeisenbanken, eine Spezialeinrichtung für Anlagen hochwertiger Art“ beschrieben. Zwei Manager der Zentralbank gingen also auf PR-Tour. Diese Schulterklopf-Tournee führte beide Herren auch in die Filiale des Partners VR Bank Dinkelsbühl. VR Bank-Vorstand Dr. Christoph Glenk freute sich über die Auszeichnung: „Wir wollen unserer Linie treu bleiben, die DZ Bank ist ein Partner, auf den man sich verlassen kann.“ 

 

Gilt nun zu klären: was ist das „eine Spezialeinrichtung für Anlagen hochwertiger Art“? Die Homepage der DZ-Privatbank (= Private Banking Partner der Volks- und Raiffeisenbanken) gibt darüber gerne Auskunft. So erfährt man dort folgendes: „anspruchsvolle, vermögende Privatkunden“ lockt man mit eigenen Tochterunternehmen in Luxemburg, Singapur und Zürich. Die Homepage wirbt ungeniert für steuerliche Besserstellung und Kreativität: „kreative“ Fondslösungen, „steuergünstiges Umfeld“, „liberale Rahmenbedingungen“, „Offenheit“, "wettbewerbsfähige Steuergesetze", "innovationsfreundliche Gesetzgebung", "im Gesetz verankertes Bankgeheimnis" usw.

 

Herr Dr. Christoph Glenk: in ihrer eigentlichen Funktion als Banker – also Abseits irgendwelcher Rollenspiele - loben Sie ihren Private Banking Partner als „Partner, auf den man sich verlassen kann“. Muss damit nicht auch gleichzeitig gemeint sein, dass sich die mit der Daseinsvorsorge beauftragten Institutionen darauf verlassen können, dass Herr Dr. Christoph Glenk die Vermögen seiner zahlreichen Kunden (= gleichzeitig Steuerzahler) nach allen Regeln der Kunst „steueroptimiert“? Werden hier also in 16 gut organisierten Geschäftsstellen der VR Bank Dinkelsbühl Vermögen und Zinserträge von 37.000 Kunden soweit „optimiert“, dass nur noch unbedeutende Krümel für die Finanzämter der Region zurückbleiben? Sind diese Krümel ausreichend, um die Zukunft der Region zu sichern (Stichworte Infrastruktur, Kliniken, Bildung, sozialer Wohnungsbau, Kindertagesstätten....)?

Herr Glenk: Ihr verlässlicher Partner DZ-Privatbank, ist ihr Partner für besonders große Vermögen (z. B. Erbe). Haben Sie daneben nicht auch noch weitere zahlreiche Werkzeuge zur „Steueroptimierung“ in ihren Schubladen? Union-Investment?

Wie auch immer – Sie haben nicht nur einen Partner, auf den Sie sich verlassen können, Sie wollen auch gleichzeitig ihrer Linie treu bleiben! Gut zu wissen!

Wie glaubwürdig ist nun ihre Aussage „Die so entstandenen Löcher zu stopfen sei nicht einfach“? Kann es denn sein, dass Sie zunächst gewaltige Löcher schaffen, um dann mit inszeniertem Bedauern öffentlichkeitswirksam winzige Fugen zu kitten?

 

Vergleiche ich ihre Aussagen aus dem Rollenspiel „fürsorglicher, gemeinwohlinteressierter Sponsor“ mit ihrer Aussage in Bezug auf die DZ Privatbank, so muss hinterfragt werden:

Herr Glenk, warum sprechen Sie mit mehreren Zungen? Warum passen Sie ihre Farbe ähnlich eines Chamäleons den Landschaften an? Warum tun Sie das – wenn Sie es schon tun – so ungeschickt? Warum überprüfen Sie ihre Statements nicht auf Vereinbarkeit mit Grundlogiken? Wo bleibt der Ansatz von Glaubwürdigkeit? Hilft ihnen ihre taktisch ungeschickte, plan- und konzeptlose Außendarstellung in irgend einer Weise? Hilft diese Form des Auftretens in irgendeiner Weise der Genossenschaft, der Sie vorstehen? Schadet ein solches Verhalten etwa gar der Genossenschaft? Auf all' diese Fragen habe ich als langjähriges Genossenschaftsmitglied klare Antworten!

 

Oben bezeichnete ich ihr Auftreten als „echtes Sahnestückchen“.

Tatsächlich sehe ich darin ein perfektes Negativbeispiel in Sachen Darstellung / Öffentlichkeitsarbeit. Ein Lehrbeispiel für den Persönlichkeits-Coach zum ausschneiden und aufkleben.

 

Herr Glenk, lassen Sie mich auf eine ihrer weiteren Aussagen eingehen:

Im FLZ-Bericht vom 15.05.13 zur Vertreterversammlung der VR Bank Dinkelsbühl machen Sie folgende ungeheuerliche Aussage: „Man fühle sich überreguliert und habe den Eindruck, dass in der Regierung der politische Überblick verloren gehe“.

Auch Äußerungen dieser Qualität geben tiefen Einblick in ihre Denk- und Funktionsweisen. Sind Sie nicht Nutznießer eines Finanzsystems, welches von unzähligen Privilegien und mehrfacher staatlicher Subventionierung profitiert? Privilegien, die sonst keiner anderen Branche in diesem Umfang eingeräumt werden.

Anstatt sich für diese Privilegien zu bedanken, schlagen Sie auf die Politik ein. Genug ist eben nicht Genug!

Ich bin schon überrascht, mit welch undankbaren Zeitgenossen ich das Städtchen Dinkelsbühl zu teilen habe.

 

Neben einer Kopie ihrer Bilanz 2012 fordere ich nun noch weitere Unterlagen bei ihnen an: eine detaillierte Aufstellung all ihrer 2012 getätigten „Steueroptimierungen“. Damit werde ich die Steuerlast ihrer Bank (die aufgrund ihres Zahlenwirrwarrs nicht wirklich bekannt ist), mit den Steuerverhinderungen ihres Unternehmens vergleichen. Anhand des Ergebnisses erhalten wir aussagekräftige Info, ob die VR Bank Dinkelsbühl „Für unsere Region aktiv“ (Werbeslogan der VR Bank) oder „Gegen unsere Region aktiv“ ist. Die angeforderten Unterlagen erwarte ich bis spätestens 20. Dezember 2013 im Briefkasten!

 

Herr Dr. Christoph Glenk: Sie hatten bereits mein persönlich an Sie adressiertes Schreiben ignoriert. Es bleibt nun ihnen überlassen, ob Sie meine Schreiben weiterhin ignorieren wollen.

Ihr möglicher Nachfolger wird in der Lage sein, mit Kunden und Genossenschaftsmitgliedern zu kommunizieren. Ihr möglicher Nachfolger wird sich an den genossenschaftlichen Werten orientieren. Ihr möglicher Nachfolger wird nach den Werten des ehrbaren Kaufmanns handeln.

 

Gruß

 

Herbert Richter

 

29.11.2013