„Entschädigung“ der Mitglieder des Verwaltungsrates ANregiomed gKU

Von der schwarzen Null

Von schwarzen, roten und grünen Nullen?

 

Bereits am 12. Mai 2015 fragte ich nach der Vergütung der ANregiomed Verwaltungsräte.

 

Meine schriftliche Anfrage richtete ich an die Verwaltung des ANregiomed gKU.

Nach vier Wochen erhielt ich eine Rückantwort. Mit Antwortschreiben vom 15.06.15 teilte mir eine Regierungsrätin aus dem Landratsamt Ansbach freundlicherweise mit:

 

„Die Verwaltung des ANregiomed gKU hat Ihre Anfrage an den Landrat als Vorsitzenden des Verwaltungsrates des gemeinsamen Kommunalunternehmens des Landkreises Ansbach und der Stadt Ansbach weitergegeben.

Gerne beantworte ich im Namen von Herrn Dr. Ludwig Ihre Frage bezüglich der Höhe der Entschädigungen der Mitglieder des Verwaltungsrates wie folgt:

Die Verwaltungsräte, nicht aber deren Vertreter, erhalten eine monatliche Entschädigung von 150,00 Euro sowie ein Sitzungsgeld von 100,00 Euro. Pro Jahr finden zwischen 8 und 10 Sitzungen statt, so dass sich für die Verwaltungsräte eine jährliche Entschädigung von durchschnittlich 2.700 Euro ergibt.

Vorsitzender und Stellvertretende Vorsitzende des Verwaltungsrats erhalten keine Entschädigung. Die weiteren Verwaltungsräte erhalten nur im Falle der Sitzungsteilnahme in ihrer Funktion als stimmberechtigte Vertreter ein Sitzungsgeld von 100,00 Euro.“

 

Alle Wege führen nach Rom, so heißt ein bekanntes Sprichwort. Im Landkreis Ansbach führen alle Wege zu Landrat Ludwig. Selbst meine Anfrage landet im Ansbacher Reich (Anlehnung an das römische Reich) auf dem Schreibtisch des „starken Mannes“. Wobei mir nicht ganz klar ist, ob es tatsächlich Stärke signalisiert, wenn sich der „Führer“ mangels Vertrauen (?) um jeden Kleinkram selber kümmern will. Man könnte derartiges Verhalten durchaus auch als Schwäche auslegen.

 

Aufgabe des Verwaltungsrats ANregiomed

 

Der Verwaltungsrat stellt das Aufsichtsgremium des ANregiomed gKU dar. Das Wort „Aufsichtsgremium“ beinhaltet nicht zufällig das Wort „AUFSICHT“.

Den Verwaltungsräten wurde die Verantwortung für das Kommunalunternehmen durch Kreistag und Stadt Ansbach übertragen. Wie erledigen die Verwaltungsräte – ehrenwerte Politiker, die dem Wahlvolk am Wahlstand immer reinen Wein einschenken – nun ihren Job, die Aufsicht?

Sie erledigen diesen so wichtigen Job mit Bravour! Eins mit Stern, könnte man auch sagen. Warum?

Regelmäßig hört man aus den Reihen des Verwaltungsrates oder des Klinikmanagements: man sei bei ANregiomed auf einem guten Weg. Manchmal sei man sogar auf einem „sehr, sehr guten Weg“ (FLZ 29.10.15, „ANregiomed hinkt dem Plan hinterher“). Doch wohin führt dieser Weg? Nach Rom? Zu Ludwig? In die Privatisierung? Nun mal ganz konkret – nachfolgendes Beispiel soll uns verdeutlichen, dass die Verwaltungsräte tatsächlich einen hervorragenden Job machen: Auf die Sanierung des Bewegungsbades am Klinikum Ansbach wurde verzichtet. Das macht Sinn, hätte die Sanierung doch stolze 10.000 Euro gekostet. Und davon galoppierende Kosten haben mit einem scheuen Wildpferd eines gemein: beide lassen sich nicht so einfach wieder einfangen...

Und überhaupt: „man sehe sich gegenüber den Banken als Geldgebern in der Pflicht, Kosten zu sparen“ (FLZ 02.07.15, „Schmerzliche Einschnitte“). Man wird doch wohl noch erwarten dürfen, dass die zahlreichen Behinderten, denen in Ansbach das Bewegungsbad unter ihren Gehhilfen und Rollatoren weggerissen wurde, solche Grundlogiken verstehen können. Was hier von tüchtigen Verwaltungsräten exekutiert wird ist 1A GesundheitsÖKONOMIE in marktkonformen, neoliberalen Zeiten der Alternativlosigkeit! Ist das denn so schwer zu begreifen?

 

Von der zweiten Seite der Medaille

 

In zurückliegenden FLZ-Artikeln wird nun berichtet, ANregiomed-Verwaltungsräte würden schon mal gerne „Ja sagen – auch wenn man nichts Genaues weiß“. Das soll wohl heißen: Verwaltungsräte nicken einfach ab – sie interessieren sich nicht wirklich für Details? Doch damit verweigern sie sich ihrer verantwortungsvollen Aufgabe! Ist ihnen ANregiomed „scheißegal“? Wenn von ihnen die Aufsicht vernachlässigt wird, könnte man dies durchaus vermuten. Soll das etwas zugespitzt etwa heißen: die Lachshäppchen sind aus, warum also Konzentration aufrecht erhalten? Soll das etwa heißen, sie nicken einfach ab, auch weil sie um 18:30 Uhr zuhause sein wollen (auf RTL kommt „Exclusiv – das Starmagazin“, mit einem Vorbericht zum Dschungelcamp)? Reicht es aus, wenn der oder die „Führer“ die Zukunft unserer Kliniken am Stammtisch in geselliger Runde bei Wein, Vorständen und Gesang „auskungeln“? Wer sind diese „Führer“? In welcher Reihenfolge sind diese „Führer“ aufgestellt? Mit welcher Rolle begnügen sich die weiteren - „einfachen“ - Verwaltungsräte? Mit einer Statistenrolle? Oder besser: stellen sie lediglich das welke Blatt Salat dar, das im Grunde genommen kein Mensch braucht? 2.700 Euro für ein welkes Blatt Salat auf dem Teller – was sagen die Geldgeber, die Banken dazu? Brauchen Banken etwa gar die welken Blätter Salat? Man verdient als Bank ja prächtig an ANregiomed – an einer raschen Genesung sollten die Kreditgeber also nicht wirklich interessiert sein. Überhaupt: was sind das für Banken, die sich an ANregiomed leistungslos eine goldene Nase verdienen? Wie selbstbewusst, bzw. mit welcher erpresserischen (?) Energie tritt mancher Banker gegenüber ANregiomed auf? Alles Fragen, die längst überfällig sind!

Her mit den Antworten, liebe Herren „Führer“!

 

Zurück zu den davon galoppierenden Kosten, dem scheuen Wildpferd:

 

Abschiedsessen Dr. Andreas Goepfert

 

Ex-ANregiomed Vorstand Dr. Andreas Goepfert verabschiedete sich nach Braunschweig. Sehr viele Bürger in Stadt und Kreis Ansbach freuen sich mit ihm. Denn: Braunschweig ist sehr schön. Der Goepfert-Abschied war mit einem gemeinsamen Abendessen verbunden. Die Rechnung (1.339 Euro) wurde von ANregiomed übernommen. „Wer hat, dem wird gegeben“! Und die Zeche? Die zahlt nun der blöde Steuer- und Beitragszahler. Auch die Damen und Herren mit Gehhilfen übrigens, die dem Bewegungsbad bis heute nachtrauern! Ob der blöde Steuerzahler auf alle Ewigkeit blöd bleiben muss, darüber gibt es – vielleicht abgesehen von der Französischen Revolution - keine gesicherten wissenschaftlichen Erkenntnisse.....

Auf jeden Fall spielen für die ehrenwerten Verwaltungsräte in diesem Fall Kosten keine Rolle. Kosten Bewegungsbad PFUI? - Kosten „das große Fressen“ HUI?

 

Pneumologie – Doppelstrukturen

 

Obwohl die Lungenheilkunde bereits von der Rangau-Klinik (Ansbach-Strüth) angeboten wird, wurde nun eine eigene Abteilung in der Ansbacher ANregiomed-Klinik aufgebaut. Gehen die tüchtigen ANregiomed-Strategen etwa davon aus, dass es nun plötzlich doppelt so viele Lungenkranke in der Region gibt? Falls nicht, wovon hoffentlich auszugehen ist: will man der Rangau-Klinik einfach nur Patienten wegnehmen? Warum macht man das? Das ganze „Experiment“ (Schaffung Konkurrenzsituation) macht doch nur dann „Sinn“, wenn es mit den Verantwortlichen der Rangau-Klinik noch eine „Rechnung zu begleichen gibt“. Will man etwa „denen von der Diakonie“ eins auswischen? Will man die „fertig machen“? Warum? Fehlt es den Verantwortlichen der Rangau-Klinik etwa am Willen, die regionale CSU zu unterstützen (nennen wir es mal Sponsoring)? Niemand kann doch ernsthaft daran interessiert sein, dass durch die geschaffene Konkurrenzsituation nun möglicherweise beide Häuser Defizite einfahren? Warum will Landratdarsteller Ludwig Druck auf die Strüther ausüben? Sollte er nicht auch Landrat (bzw. Landratdarsteller) der Strüther sein? Warum will OB Seidel Druck auf die Strüther ausüben? Sollte sie nicht auch OB der Strüther sein?

Egal – für die ehrenwerten Verwaltungsräte spielen auch in diesem Fall Kosten keine Rolle. Kosten Bewegungsbad PFUI? - Kosten „Aufbau unnötiger Doppelstrukturen“ HUI?

 

Bonusvereinbarung ohne Zielvorgabe

 

Vertragsverlängerung Goepfert: Nach Angaben der FLZ erhielt der Herr Gesundheitsökonom eine satte Gehaltserhöhung. So stieg das jährliche Grundgehalt um 40.000 Euro. Doch das reichte noch lange nicht aus: zusätzlich hatten ihm ehrenwerte Verwaltungsräte auch noch einen jährlichen Bonus in Höhe von weiteren 40.000 Euro zugeschanzt. Der Vertrag wurde offenbar der FLZ zugespielt. Dort heißt es in Paragraph 3, Absatz 4: „Darüber hinaus gewährt das Kommunalunternehmen dem Vorstand eine jährliche Prämie. Die Prämie wird nach einem Bonusmodell bezahlt, das noch entwickelt werden muss. Solange oder wenn keine Bonusvereinbarung erfolgt ist, wird ein Bonus von 40.000 Euro garantiert“. Gemäß FLZ-Berichterstattung wurde bis Ende 2015 kein Bonusmodell entwickelt. Der unverschämte „Bonus“ in Höhe von 40.000 Euro wurde dem Gesundheitsökonomen somit leistungslos hinterher geworfen bzw. von Ludwig & Co. irgendwo hinein geschoben........

Setzen wir die jährlich „vertretbaren“ zusätzlichen Personalkosten für Goepfert nun in Verbindung mit den „nicht vertretbaren“ Kosten des Bewegungsbades: Die Sanierung hätte einmalig 10.000 Euro gekostet. Auch ein mögliches jährliches Defizit des Bades hätte aus Goepferts satter Gehaltserhöhung (80.000 Euro) locker bezahlt werden können. Mit der politischen Entscheidung, das Bewegungsbad zu schließen bringen die sogenannten ANregiomed-Verwaltungsräte zum Ausdruck, dass die betroffenen Menschen für sie bedeutungslos sind.

Auch hier also: Kosten Bewegungsbad PFUI? - Kosten „Vermögensaufbau Goepfert“ HUI?

 

Whistleblower

 

Die Berichterstattung ist nur möglich, weil eine mutige Person eine sehr kluge Entscheidung getroffen hatte. Sie gab Informationen an die Öffentlichkeit weiter, die aus meiner Sicht zu wichtigen personellen Veränderungen führen muss. Whistleblower werden in diktatorisch geprägten Gesellschaften als Verräter verunglimpft.

Ich gehe davon aus, dass auch „unsere Verantwortlichen“ aus Politik und Klinikmanagement, den (oder die) Whistleblower als Verräter beschimpfen werden. Man sollte sich jedoch genau überlegen, auf welcher Seite hier Verrat begangen wurde! Sollte sich der Whistleblower eines Tages outen, so hat dieser das Bundesverdienstkreuz verdient! An der feierlichen Verleihung dürfen dann natürlich auch die Landräte (also die Nachfolger „unserer“ derzeitigen „Landräte“) teilnehmen.

 

Verwaltungsrat Manfred Stephan (BAP)

 

Herr Stephan scheint den Sinn eines Aufsichtsgremiums verstanden zu haben. Höchstwahrscheinlich kam er an einem der seltenen Tage auf die Welt, als eine höhere Macht Hirn vom Himmel regnen lies.

Gem. Berichterstattung der FLZ forderte Stephan Details ein (konkret ging es um Einzelheiten zur Vertragsverlängerung Dr. Goepfert - er verlangte Einsicht in den Vertrag). Herr Stephan hat völlig richtig erkannt: er kann seine Zustimmung nur dann erteilen, wenn er über die kompletten Hintergründe informiert wird. Solange ihm zwingend notwendige Hintergrundinformationen verweigert werden, bleibt Herrn Stephan nichts anderes übrig, als sich dem eingeforderten Abnicken zu verweigern.

Überhaupt frage ich mich, warum Stephan noch immer Teil dieser Art von Verwaltungsrat ist? Sollte er nicht besser ein Zeichen setzen und diesem „Verwaltungsrat“ demonstrativ eine Absage erteilen? Als weiteres wichtiges Ausrufezeichen im Interesse der ganzen Region? Wenn eines nahen Tages „Verwaltungsräte“ durch Verwaltungsräte ausgetauscht werden, dann kann sich Herr Stephan doch wieder einbringen. Oder besser: erst dann kann / darf er sich einbringen.....

 

Die schwarze Null

Von schwarzen, roten und grünen Nullen?

 

Immer wieder ist davon die Rede, man brauche beim Betriebsergebnis eine „schwarze Null“. Nur so könne man die Kliniken weiterhin in kommunaler Hand erhalten. Es ist doch völlig absurd: zunächst schafft die „große“ Politik miserable Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung. Sollte es innerhalb dieser politisch gewollten Unterfinanzierung ein Krankenhaus tatsächlich schaffen, die „schwarze Null“ zu erreichen oder gar schwarze Zahlen zu schreiben, so kann das doch im Grunde genommen nur auf Kosten der Qualität gehen. Auf Kosten der Patienten und auf Kosten der Beschäftigten. Nun haben wir aber nicht nur die „große“ Politik, die die Rahmenbedingungen setzt. Wir haben auch „unsere“ regionalen Politikgenies, die diesen Kurs der Unterfinanzierung ja ausdrücklich mittragen! Sieht es nicht ganz danach aus, dass nun direkt an der „Front“ (Verwaltungsrat ANregiomed) schwarze, rote und grüne „Nullen“ von ihrer eigenen Politik eingeholt werden? Besonders unverständlich: zeitgemäße alternative Finanzierungswege - beispielsweise die Bürgerversicherung - hätten noch immer eine Mehrheit im Deutschen Bundestag. Vermutlich machten die Schreiners, Fröhlichs, Kochs und Ungers dieser Region sogar Wahlkampf mit diesem Thema?! Wird den Bürgern beim nächsten Wahlkampf dann erneut schamlos ins Gesicht gelogen?

 

Sollte auch nur ein Patient bei ANregiomed Opfer dieser menschenverachtenden Politik werden, so tragen die sogenannten Verwaltungsräte hierfür die volle Verantwortung.

Vielleicht klebt an ihren Händen bereits Blut? Wer weiß das schon? Mögliche Opfer der anvisierten „schwarzen Null“ werden wohl kaum auf der Homepage der Klinik aufgelistet.....

 

Das hochgepriesene Ehrenamt

 

Warum loben die beiden ehrenwerten Landräte Unger (die ewige Nr. 2) und Horndasch auf ihrer Homepage des Landratsamtes den „herausragenden ehrenamtlichen Einsatz vieler Bürgerinnen und Bürger“? Warum „honoriert der Landkreis Ansbach diesen beispiel gebenden Einsatz mit der Einführung der Bayerischen Ehrenamtskarte im Landkreis Ansbach“? Warum nehmen sich die Herren Unger und Horndasch kein Beispiel am propagierten „beispiel gebenden Einsatz“und engagieren sich ehrenamtlich im Verwaltungsrat der Kliniken? Wer selbst dort noch den Steuer- und Beitragszahlern mit 2.700,-- Euro / Jahr in die Taschen greift, dem scheint das viel umworbene ehrenamtliche Engagement nicht gar so viel zu bedeuten.

Eine verkommene Kultur, dieser krankhafte Zwang, keine Gelegenheit auszulassen, sich die Taschen zu füllen!

Sollten nicht gerade Landräte als höchste Repräsentanten des Kreises, so etwas wie Vorbilder für die Gesellschaft und die politische Klasse (die – machen wir uns nichts vor - doch immer mehr verkommt) sein?

 

Vorsicht - Keine Satire:

Überwacht Vorstand Claudia B. Conrad sich selbst?

 

Gemäß Homepage ANregiomed gehören dem Verwaltungsrat neben den beiden Vorsitzenden weitere 5 Kreisräte und 5 Stadträte an. Ebenso wird Vorstand Claudia B. Conrad als Verwaltungsratsmitglied angegeben. Im Antwortschreiben vom 15.06.15 teilte mir das Landratsamt Ansbach mit, dass nur an den Vorsitzenden (Ludwig) und an die stellvertretende Vorsitzende (Seidel) keine „Entschädigungen“ gezahlt werden. Demnach erhält auch Vorstand Claudia B. Conrad die Entschädigungszahlung in Höhe von 2.700 Euro. Das mögen für sie „Peanuts“ sein – für einen Tauchurlaub reicht diese „Entschädigung“ jedoch allemal. Sie sollte überdenken: viele Bürger der Region, die ihr diesen Tauchurlaub finanzieren, können sich selbst keinen solchen leisten. Und vielen Behinderten wurde selbst der „Tauchurlaub“ im Ansbacher Bewegungsbad gestrichen! Jedenfalls ein bemerkenswerter Vorgang, wie ich meine: Conrad kontrolliert im Verwaltungsrat Conrad und kassiert dabei zusätzlich ab?!?

 

„Entschädigung“

 

Die Verwaltungsräte, nicht aber deren Vertreter, erhalten also eine monatliche „Entschädigung“. Dieses Wort beinhaltet das Wort „Schädigung“. Folgende Frage darf nun nicht ausbleiben: Wer wird denn nun geschädigt, wenn sich sogenannte Verwaltungsräte ihrer Aufgabe verweigern: der Aufsicht / Kontrolle? Wem entsteht nun dadurch ein Schaden? Wer müsste denn nun entschädigt werden? Antworten auf diese Fragen sollte nicht schwer zu finden sein!

 

Ich gehe im Übrigen davon aus, dass sich mit Fragen dieser Art längst die Staatsanwaltschaft beschäftigen sollte. Wo wir gerade beim Thema sind:

Stefan Horndasch ist nicht nur Verwaltungsrat bei ANregiomed. Er ist gleichzeitig auch Fraktionsvorsitzender der CSU im Kreistag, stellvertretender Landrat und man will es kaum für möglich halten, er findet gar noch Zeit, um hauptberuflich tätig zu sein: Staatsanwalt in Gruppenleiterfunktion.

Diese Ämterhäufung an den Schaltstellen der Macht ist für mich – um mich vorsichtig auszudrücken – nicht ideal. Mir kommt in diesem Zusammenhang ein Staat in Erinnerung, der nicht nur aus Reihen der CSU massiv kritisiert wurde: die DDR.

Kam es 1982 möglicherweise nicht auch zu Ämterhäufungen im Verwaltungsbezirk Leipzig? Nicht dass man das nun mit der Region Ansbach vergleichen könnte! Ämterhäufung Leipzig: davon profitierten SED-Bonzen und ihr Anhang - ganz übles „Pack“, denen jegliches „christliches“ und „soziales“ Bewusstsein fehlte! Ämterhäufung Region Ansbach 2016: Natürlich gut für die Region, die Demokratie und die Daseinsvorsorge (Stichwort ANregiomed)!?

Haben Sie verstanden?

 

Fazit

 

Das Vertrauenskapital zwischen „Verwaltungsrat“ und den Bürgern ist längst vollständig aufgebraucht.

Das verwundert nicht: wer Menschen von oben herab für dumm verkauft, der kann nicht mit ihrer Zustimmung rechnen.

Einige ehrenwerte „Verantwortliche“ sollten lieber heute als morgen ihr felsenfest verankertes Gedankengebäude überdenken, oder besser: endlich Konsequenzen aus ihrem Tun bzw. Nichtstun ziehen......

 

08.02.2016

 

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Gründung Förderverein zum Erhalt des Bewegungsbades am Klinikum Ansbach

Kontakt mit Herrn Dr. Peter Bauer (Freie Wähler, MdL)

Fördervereine befeuern den politisch gewollten Rückbau der öffentlichen Daseinsvorsorge – sie spielen den neoliberalen Extremisten in die Hände

 

Zunächst werde ich den über „Abgeordnetenwatch“ geführten Gedankenaustausch mit Herrn Dr. Bauer wiedergeben. Für die blitzschnelle Beantwortung meiner Fragen möchte ich mich nochmals bei Herrn Dr. Bauer bedanken. Dies zeigt, dass der Bürger für Herrn Bauer auch über Wahlkampfzeiten hinaus eine Rolle spielt. Keine Selbstverständlichkeit.....!

 

Anfrage vom 01.06.15:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Bauer,

 

das Bewegungsbad im Krankenhaus Ansbach wird geschlossen. Die Reparaturkosten (rund 10.000 Euro) sind der Klinik nicht zumutbar. Ein jährlicher Schuldendienst in Höhe von 2.5 Mio Euro (Verschuldung Anregiomed rund 50 Mio Euro - Zins 5 % geschätzt) IST den Kliniken jedoch zumutbar.

Sie wollen nun einen Förderverein zum Erhalt des Bades gründen. Zusätzlich zu ihren bezahlten Steuergeldern und Krankenkassenbeiträgen sollen kranke Menschen nun also nochmals freiwillig ein Klinikum unter fragwürdiger Führung alimentieren.

 

Lieber Herr Bauer: Sie schworen einst Treue der Verfassung des Freistaates Bayern. Dort heißt es unter Artikel 151 "Die gesamte wirtschaftliche Tätigkeit dient dem Gemeinwohl.."

1990 betrug das BIP im Kreis Ansbach 2 Mrd Euro. 2014 lag es bei rund 5 Mrd Euro.

Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten stieg von 39.691 (1985) auf 54.144 (2012) an.

Für mich stellt sich nun die Frage: warum lassen Sie zu, dass "wir" uns trotz dieser phantastischen wirtschaftlichen Entwicklung kein menschenwürdiges Gesundheitssystem mehr leisten können? Mit der Verfassung des Freistaates Bayern ist diese skandalöse Entwicklung ganz sicher nicht zu begründen.

 

Herr Bauer: ist es Ihre Aufgabe, einen Förderverein für ein "notleidendes" Krankenhaus zu gründen? Oder besteht Ihre Aufgabe vielmehr darin, Ihren Wählerinnen und Wählern menschenwürdige Standards zu garantieren und diese gem. wirtschaftlicher Entwicklung weiter auszubauen?

Möglicherweise interpretieren wir die bayerische Verfassung unterschiedlich, sofern es hier überhaupt Interpretationsspielräume gibt.......

 

Ihrer Antwort sehe ich mit großem Interesse entgegen.

 

Vielen Dank und beste Grüße

 

Herbert Richter

 

 

Antwort vom 02.06.15:

 

Sehr geehrter Herr Richter,

 

vielen Dank für Ihre Nachricht und Ihre Ausführungen, die ich mit großem Interesse gelesen habe.

 

Ich stimme Ihnen ausdrücklich zu - es kann und sollte eigentlich nicht sein, dass soziale oder auch gesundheitsfördernde Einrichtungen über Fördervereine co-finanziert werden. Dafür sind der Staat bzw. die Krankenkassen zuständig, sie haben ihre Verantwortung wahrzunehmen.

 

Durch viele parlamentarische Initiativen in den letzten Jahren erinnern die FREIEN WÄHLER die CSU-geführte Staatsregierung immer wieder an ihre Pflicht, menschlich und sozial zu handeln. Sicherlich sind Ihnen vor allem unsere aktuellen Landtags-Initiativen bei der Aufklärung der Modellbau-Affäre um Frau Haderthauer und ihren Mann bekannt, hier bin ich Mitglied des laufenden Untersuchungsausschusses.

 

In meiner Funktion als Kreisrat im Landkreis Ansbach ist mir die defizitäre Entwicklung des Ansbacher Krankenhauses sehr wohl bekannt. Die FREIEN WÄHLER haben jedoch nicht die Mehrheit, weder im Landtag noch im Kreistag, und wichtige Entscheidungen werden sowohl in München als auch in Ansbach leider von einer CSU-Mehrheit getroffen, mit "tatkräftiger" Unterstützung von der SPD.

 

Da ich, genau wie Sie, kein Verständnis für die Schließung des Bewegungsbades in Ansbach habe, habe ich mich daher dazu entschlossen, mich mit der Gründung eines Fördervereines für den Erhalt zu engagieren. Auf politischer Ebene ist leider kein Spielraum mehr, daher werde ich mich privat und ehrenamtlich einbringen.

 

Unser aktuelles Krankenversicherungssystem wird seiner Aufgabe, die medizinische Versorgung aller Bürger auf hohem Niveau zu sichern, nicht mehr gerecht. Unser derzeitiges System ist am Ende und nicht mehr reformierbar.

 

Als pflegepolitischer Sprecher der Landtagsfraktion FREIE WÄHLER und langjähriger Gesundheits- sowie Sozialpolitiker möchte ich Ihnen daher mein Konzept der "Sozialen Gesundheitsversicherung" ans Herz legen.

Das Konzept sowie viele Informationen zu parlamentarischen Initiativen finden Sie auf der Homepage der Landtagsfraktion unter www.fw-landtag.de

 

Für Rückfragen stehe ich gerne jederzeit zur Verfügung.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Prof. (Univ.Lima) Dr. Peter Bauer, MdL

 

 

Rückfrage vom 07.06.15:

 

Sehr geehrter Herr Dr. Bauer,

 

vielen Dank für Ihre rasche Antwort.

 

Erklärung von Verwaltungsräten Anregiomed:

http://ansbachplus.de/service/gemeinsame-erklaerung-von-verwaltungsraeten-anregiomed

Durch seine Unterschrift reihte sich auch Herr Dr. Bernd Meindorfner (FREIE WÄHLER) in den neoliberalen Einheitsblock (CSU, SPD und B90/Die Grünen) ein. Offenbar ist Herrn Meindorfner Ihre "Soziale Gesundheitsversicherung" nicht bekannt.

 

Konzept der "Sozialen Gesundheitsversicherung":

Mit einem Wettstreit der Ideen ließe sich unsere marktkonforme Postdemokratie in Richtung Demokratie bewegen. Warum lassen Sie Ihre Idee auf der Homepage der FW stiefmütterlich dahinwelken? Warum werben Sie – angesichts der schändlichen Entwicklung rund um das Ansbacher Klinikum – nicht offensiv für Ihre Idee? Warum informiert der Monopolist "FLZ" nicht über Ihr Konzept? Ideen, die nicht unters Volk gebracht werden bleiben wertlos!

4400 Personen aus Ihrem Wahlkreis haben sich per Unterschrift für den Erhalt des Bewegungsbades ausgesprochen (FLZ, 28.05.15). Statt auf politischer Ebene für eine Reform des Gesundheitssystems zu kämpfen, spielen Sie nun aus meiner Sicht die Populismus-Karte aus. In Ihrer Stellungnahme räumen Sie ein, auf politischer Ebene sei leider kein Spielraum mehr. Letztendlich bedeutet das nichts anderes als Kapitulation. Nun habe ich Sie hier im Landkreis jedoch nicht kämpfen sehen. Kampflose Kapitulation? Gerne würde ich einen umfangreichen Bericht zu Ihrer "Sozialen Gesundheitsversicherung" in der FLZ lesen. Warum erscheint dort nichts?

 

Wahlbeteiligung:

Alle Parteien "sorgen" sich wegen der zunehmenden Politikverdrossenheit. Diese lässt sich an der Wahlbeteiligung, die sich mehr und mehr auf die 50%-Marke hinbewegt, ablesen. Möglicherweise protestieren Wähler so gegen einen "Polit-Zirkus", der einzig die Wahl zwischen Alternativlosigkeit und billigem Populismus lässt?

 

Beste Grüße

 

Herbert Richter

 

 

Antwort vom 08.06.15:

 

Sehr geehrter Herr Richter,

 

das Konzept der "Sozialen Gesundheitsversicherung" der FREIEN WÄHLER Landtagsfraktion ist selbstverständlich seit 2009 öffentlich publiziert worden und auch mehrfach in der Presse erschienen. Es gab Pressekonferenzen, Pressemitteilungen, Informationsveranstaltungen usw. Auch bei zwei Terminen im Bundesgesundheitsministerium in Berlin wurde den Verantwortlichen das Konzept der FREIEN WÄHLER vorgestellt. Jedoch sind die FREIEN WÄHLER leider nicht in der Regierung, weder im Deutschen Bundestag noch im Bayerischen Landtag, so dass solche Konzepte gerne totgeschwiegen werden.

 

Die regionalen Tageszeitungen wie zB die FLZ werden von mir regelmäßig mit Informationen über meine politische Arbeit informiert, jedoch wird leider sehr wenig veröffentlicht. Darauf habe ich persönlich keinen Einfluss, es gilt die Pressefreiheit.

 

Um Ihnen ausgiebig meine Initiativen und Überlegungen darzulegen, möchte ich Sie gerne einladen, im Rahmen meiner regelmäßig stattfindenden Bürgersprechstunde in meinem Büro in Sachsen b. Ansbach einen Gesprächstermin zu vereinbaren.

 

Bitte haben Sie Verständnis dafür, dass eine umfassende Darlegung meiner Tätigkeiten als Abgeordneter über abgeordnetenwatch.de den hierfür benötigten Rahmen sprengt. Ich würde mich freuen, Ihnen bei einem persönlichen Treffen Ihre offenen Fragen zu beantworten. Bitte kontaktieren Sie mich direkt über email XXXXXXX oder vereinbaren Sie telefonisch unter XXXXXXX einen Termin mit mir.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

Dr. Peter Bauer, MdL

 

 

Fazit

 

Selbstverständlich hat Herr Dr. Bauer recht: die Freien Wähler haben nicht die Mehrheit, weder im Landtag noch im Kreistag.

Wenn Herr Bauer unser derzeitiges Krankenversicherungssystem am Ende sieht, so stimme ich mit ihm ausdrücklich überein.

Herr Dr. Bauer stimmt mit mir überein: „es kann und sollte eigentlich nicht sein, dass soziale oder auch gesundheitsfördernde Einrichtungen über Fördervereine co-finanziert werden. Dafür sind der Staat bzw. die Krankenkassen zuständig, sie haben ihre Verantwortung wahrzunehmen."

 

Wenn Politiker Dr. Bauer nun auf politischer Ebene keinen Spielraum mehr sieht, so kommt dies einer Kapitulation gleich. Ein Bäckermeister würde dann kapitulieren, wenn er eingesteht: es macht einfach keinen Sinn mehr, Brötchen zu backen. Wenn sich Herr Bauer durch die Gründung eines Fördervereins nun privat und ehrenamtlich für das Bewegungsbad einsetzt, so stellt dies dennoch ein politisches Signal dar.

Warum?

 

Der politisch verordnete Rückbau der öffentlichen Daseinsvorsorge und das hochgepriesene bürgerschaftliche / ehrenamtliche Engagement gehen Hand in Hand. Zahlreich gegründete Fördervereine oder Bürgerstiftungen führen einzig dazu, dass sich Staat und Kommunen immer weiter aus ihrer sozialen Verantwortung zurückziehen können. Die Gründung von Fördervereinen wirkt daher kontraproduktiv als Brandbeschleuniger.

Durch die Gründung eines Fördervereins für das Bewegungsbad am Klinikum Ansbach will Herr Dr. Bauer (medienwirksam) „Gutes tun“ – tatsächlich stützt er damit jedoch aus meiner Sicht die neoliberale, menschenverachtende Agenda, den Rückbau öffentlicher Leistungen. Die Vertreter – auch die regionalen Vertreter – des neoliberalen Parteienkartells (CSU, SPD und B90/Die Grünen) lachen sich wohl "ins Fäustchen".

 

18.07.15  

 

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ANregiomed – Verschuldung und Schuldendienst

Abhängigkeit von Banken – wer gibt vor, wo's lang geht?

Von zumutbaren und unzumutbaren finanziellen Belastungen

 

Die Kliniken des ANregiomed gKU gehören uns Bürgern. „GKU“ steht für „Gemeinsames Kommunalunternehmen“. Fragwürdige politische Entscheidungen auf Bundesebene (Steuerpolitik der vergangenen Jahre oder die Krankenhausfinanzierung durch Fallpauschalen) und ebenso fragwürdige Entscheidungen der Klinik-Verantwortlichen (z. B. Ausgaben für Beratungsleistungen in Millionen-Höhe) trieben die Verschuldung unserer Kliniken auf rund 50 Millionen Euro.

Es ist ja nun keinesfalls so, dass Klinik-Manager, Landräte oder auch Verwaltungsräte der vergangenen Jahre hierfür in Haftung genommen wurden. Der enorme Schuldenberg wurde einmal mehr uns Bürgern aufgehalst.

Und so gilt natürlich auch hier: uns, den Bürgern (= Eigentümer des ANregiomed) stehen umfangreiche Informationen zu!

 

Anfrage bei ANregiomed

 

Am 05.01.15 bat ich ANregiomed um nachfolgende Informationen:

 

Schuldenstand 2013

Schuldenstand 2014

 

Schuldendienst 2013

(Höhe der gesamten Zinsausgaben 2013)

Schuldendienst 2014

(Höhe der gesamten Zinsausgaben 2014)

 

Aus meiner Sicht, müssen wir Bürger (= Eigentümer und potentielle Patienten der ANregiomed-Kliniken) darüber Bescheid wissen. Schließlich verlangen einige wenige Leute (mit zu viel Macht und zu wenig Respekt vor den eigenen Bürgern) von uns, dass wir für den Schuldendienst Jahr für Jahr aufzukommen haben.

 

Wir Bürger müssen somit auch erfahren: zu welchen Konditionen wurden wir durch die Verantwortlichen bei den Nutznießern der Schulden (= Banken) verschuldet? Zusätzlich müssen wir erfahren, welche Banken von den gewaltigen ANregiomed-Schulden profitieren (Stichwort: sichtbarer Filz zwischen manchen Regionalpolitikern und manchen Bankern der Region). Ist eine Kreditvergabe an Privatunternehmen für die Banken mit gewissen Risiken verbunden, so gehen die Gläubigerbanken bei der Finanzierung unserer kommunalen Kliniken kein Ausfallrisiko ein. Hinter den Schulden des ANregiomed stehen bekanntlich Stadt und Kreis Ansbach. Sie haften gemeinsam für Schulden, Verluste und Investitionen. Die extrem hohe - politisch gewollte - Verschuldung unserer Kliniken stellt für die Gläubigerbanken somit ein sicheres Einkommen dar – ähnlich einer Lizenz zum Gelddrucken! Der von den Gläubigerbanken verrechnete Zins darf also auf keinem Fall als Risikoprämie bezeichnet werden, ganz gleich wie hoch der verhandelte oder diktierte Zins auch sein mag.

So erklärt sich aus meiner Sicht nun auch so manch „tolle“ Freundschaft zwischen Bankern der Region und gewissen Politikern (= sogenannte Volksvertreter). Achten Sie auf die Berichterstattung der FLZ. Gewisse ungute Verbindungen zwischen Politikern und Bankern sieht man bei entsprechendem Hintergrundwissen mit ganz anderen Augen....

 

Doch zurück zu meiner Anfrage vom 05.01.15:

 

Auf meine Anfrage erhielt ich von ANregiomed keinerlei Reaktion. Ein schlechter – von unglaublicher Arroganz geprägter – Stil. Übertrage ich dieses überhebliche Verhalten des Managements auf die ANregiomed-Ärzte, so wird mir spätestens jetzt bewusst: Seit 05.01.15 liege ich auf dem OP-Tisch. Doch kein Arzt kommt! Kein schöner Gedanke! Sie stimmen mit mir sicherlich überein!?

Bedenkt man nun, dass sich dieses hochverschuldete Unternehmen gar einen Pressesprecher leistet, der über Steuergelder, Beiträge und (Neu)Verschuldung finanziert wird, so kommen eher ungute Gefühle auf.

Natürlich ist Pressesprecher Nils Wittig nur „ausführendes Organ“. So hat er sich an den Dienstweg zu halten. Das soll heißen: wenn ein übergeordneter Gesundheitsökonom am "Stecker“ des Herrn Wittig zieht, dann bleibt der Herr Pressesprecher stumm!

Bei den Lautsprechern meines CD-Players verhält sich das ganz ähnlich........

 

Schätzung Schuldendienst

 

Schuldenstand ANregiomed: hier berichtete die FLZ über 49 oder auch 50 Millionen Euro Gesamtschulden.

Da ANregiomed über den Schuldendienst keine Auskünfte geben will, muss die Zinsbelastung von mir geschätzt werden. Ich lege nun eine Verzinsung von 5 % / Jahr zugrunde. Möglicherweise liegt der von den Gläubigerbanken verrechnete (diktierte?) Zinssatz darunter, möglicherweise liegt er darüber.

Gehen wir nun von 5 % Verzinsung aus, so hat ANregiomed jährlich 2.5 Millionen Euro an Zinsen zu bezahlen. Auch hier gilt nun natürlich: Gelder, die für den Schuldendienst verbrannt werden, fehlen den Kliniken an anderen Stellen. 

Weiter muss berücksichtigt werden, dass die für den Schuldendienst vergeudeten 2.5 Millionen Euro auch erwirtschaftet werden müssen. Was verdienen Pflegekräfte oder Assistenzärzte der ANregiomed-Kliniken? Wie viel Lohnsteuer wird vom Lohn einbehalten? Wollen wir tatsächlich weiterhin zulassen, dass unsere Ärzte und Pflegekräfte (= Leistungsträger) für die Alimentierung von Bankern zuständig sind? Die Kreditvergabe ist mit keiner Leistung verbunden, sieht man von einigen Buchungen ab! Ich hatte bereits darauf hingewiesen, dass die Kreditvergabe an ANregiomed auch mit keinem Ausfallrisiko verbunden ist.

Generell kann davon ausgegangen werden, dass Staatsverschuldung zu einer Umverteilung von unten nach oben führt. So zahlen Verbraucher mit ihrer Umsatzsteuer und Arbeitnehmer mit ihrer Lohnsteuer Zinsen an Wohlhabende, weil die verantwortliche Politik nicht wirtschaften will und sich Einnahmen verweigert!

 

Abhängigkeit von Banken – wer gibt vor, wo's lang geht?

 

Im Dezember 2014 gab ANregiomed-Vorstand und Gesundheitsökonom Dr. Andreas Goepfert der „FLZ“ einige interessante Details bekannt.

Bemerkenswert finde ich nachfolgende Textpassagen:

2017 will ANregiomed ein ausgeglichenes Ergebnis vorlegen. So sei es mit den Banken besprochen.

Weiter heißt es:

„In der heutigen Zeit ist es für Wirtschaftsunternehmen wie uns nicht einfach, Kredite zu bekommen. Man muss diese absichern. Und man muss auch nachweisen, welche unternehmerischen Strategien und Erfolge künftig eintreten sollen“ (Aussage Dr. Goepfert). Exakt dies habe ANregiomed mit seinem Zukunftskonzept darlegen können. Aber: „Es hat ein paar Monate gedauert, bis das für alle verständlich und nachvollziehbar war“ (Aussage Dr. Goepfert). In dieser Zeit habe es tatsächlich keine Kreditzusagen gegeben.

 

Details dieser Art zeigen bereits deutlich auf, wer Chef im Ring ist! Gläubiger scheinen demnach längst über unsere ANregiomed-Kliniken zu bestimmen. Auch über die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten.

ANregiomed als das fränkische Griechenland?!

Dass sich die beiden Herren Dr. Arnulf Zimmermann, Chefarzt der Inneren Medizin der ANregiomed Klinik Dinkelsbühl, und Gerald Wüchner (Küchendirektor der Klinik) bereits vor den Werbekarren einer fragwürdigen regionalen Bank spannen ließen (siehe mein Artikel vom 18.01.15), erscheint nun in einem ganz anderen Zusammenhang. Wir dürfen gespannt sein: vielleicht tragen unsere Ärzte in nicht allzu ferner Zukunft Berufskleidung, mit dem Aufdruck „Partner der XY-Bank“. Wäre das nicht wunderbar marktkonform?

Es zeigt sich einmal mehr, was geschieht, wenn sich Kommunen oder Kommunalunternehmen in die Abhängigkeit von Banken begeben: sie verlieren dadurch politischen Einfluss auf die Gestaltung und die Qualität der Erbringung von öffentlichen Aufgaben der Daseinsvorsorge.

 

Von zumutbaren und unzumutbaren finanziellen Belastungen

 

Das Bewegungsbad am Klinikum Ansbach wurde geschlossen. Das Bad hätte für rund 10.000 Euro repariert werden müssen (Quelle FLZ). Gesundheitsökonom Dr. Andreas Goepfert und Landrat Dr. Jürgen Ludwig begründeten die Schließung mit „wirtschaftlicher Notwendigkeit“. Mit anderen Worten: Kosten in Höhe von 10.000 Euro sind der Klinik nicht zumutbar!

Bringen wir in diesem Zusammenhang nochmals den Schuldendienst des ANregiomed in Erinnerung. Die jährliche Zinszahlung beläuft sich auf 2.500.000 Euro (geschätzt). Diese Zinsbelastung ist dem Unternehmen ANregiomed zumutbar. Hier besteht also eine „wirtschaftliche Notwendigkeit“. Denken Sie daran, wenn Landrat (gleich Bankrat?) Ludwig sich mit Freunden aus der Finanzbranche abfotografieren lässt. Die FLZ berichtet darüber von Zeit zu Zeit. Auch Landrat Dr. Jürgen Ludwig ließ sich bereits für Banken-PR gewinnen. Ist das seine Aufgabe? Könnte er seine Zeit nicht sinnvoll nutzen?

Von der geschätzten Zinsbelastung des ANregiomed könnten 250 Bewegungsbäder repariert werden! In Ansbach wird derzeit exakt eines davon benötigt!

 

Intransparenz: bester Freund von Korruption, Untreue, Amtsmissbrauch & Co.

 

Abschließend noch Gedanken zur Informationspolitik des ANregiomed.

ANregiomed beschäftigt einen Pressesprecher. Wenn dieser – an der kurzen Leine gehalten – zum Schweigen verurteilt wird, dann zeigt dies nur eines:

Das Klinik-Management verbarrikadiert sich hinter dicken Mauern der Geheimniskrämerei. Gleiches scheint für das Aufsichtsratsgremium zu gelten.

Scheinbar gibt es von beiden Seiten gute Gründe, sich einzumauern.

Gleichzeitig werben Management und Verwaltungsrat um Vertrauen. Wie passt das alles noch zusammen?

 

Wie wir wissen, entscheidet sich noch nicht einmal jeder zweite Patient aus unserer Region für eine Behandlung in einer der ANregiomed-Kliniken.

Wie wir auch wissen, bekommt man Vertrauen nicht einfach so geschenkt.

 

Beim Schreiben des heutigen Artikels kommt wenig Freude auf. Es wäre schön, wenn Artikel dieser Art überflüssig wären!

Da ich mir selbst nicht weiter den „Tag versauen“ möchte, werde ich den Artikel nun positiv beenden.

ANregiomed hat enormes Potential! ANregiomed kann es gelingen, mehr Zuspruch aus der Bevölkerung zu erhalten. Wesentlich mehr Patienten aus der Region könnten (besser: müssten) sich für eine Behandlung in den regionalen Kliniken entscheiden. Es sind UNSERE Kliniken! Damit eine gute Zukunft nicht Theorie bleibt, müssen entscheidende Stellschrauben bewegt werden. Aus meiner Sicht müsste der „Schraubenzieher“ im Management und im Verwaltungsrat zum Einsatz kommen. Sollte ein „Schraubenzieher“ nicht mehr ausreichen (wovon auszugehen ist), so könnte auf einen Kran zurückgegriffen werden. Ein Kran bewegt bekanntlich allerlei „Dinge“ von „A“ nach „B“. Selbst „Dinge“, die sich mit aller Energie verkeilt haben (zum Beispiel in einen Bürostuhl) können damit bewegt werden.

„Wir sind das Volk“, so hallte es während der Montagsdemonstrationen 1989/1990 durch Ostdeutschland. Das Volk als Kran........?

 

14.06.15  

 

 

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Berichterstattung über Klinikverbund ANregiomed

Längerfristige Beobachtungen

Persönliche Analyse unter Nutzung des gesunden Menschenverstandes

 

Vorab auch hier nochmals der Hinweis:

Alle auf dieser Homepage veröffentlichten Artikel geben meine persönliche Meinung wieder. Auch für diesen Artikel gilt: niemand wird gezwungen, auf meiner Homepage zu lesen. Jeder Leser ist aufgefordert, sich seine eigene Meinung zu bilden. Dies ist gar ausdrücklich erwünscht.

 

Einleitung

 

Eines der Top-Themen des vergangenen Jahres: die Entwicklung der regionalen Kliniken ANregiomed.

Zahlreiche Artikel wurden hierzu vom regionalen Tageszeitungsmonopolisten FLZ geschrieben. Zahlreiche dieser Artikel wurden von mir aufbewahrt, so dass sich nun eine persönliche Auswertung anbietet.

Auffallend ist nun vor allem eines: in der Berichterstattung der FLZ werden fast nur die Meinungen zweier Herren aufgegriffen: die der Herren Dr. Jürgen Ludwig (Verwaltungsratsvorsitzender ANregiomed und Landrat) und Dr. Andreas Goepfert (Vorstand ANregiomed). Kurzfristig wurde Anfang 2014 eine Menge „Staub aufgewirbelt“: Herr Rainer Meier (BAP) besaß die „Dreistigkeit“, kritische Fragen zu den Kliniken zu stellen. Prompt wurde ihm eine „Wahlkampfkampagne“ unterstellt. Herr Meier bekam mit einem FLZ-Artikel zwar Gelegenheit, seine Meinung zu vertreten. Doch ab diesem Zeitpunkt wurden weitere kritische Ansichten aus der Berichterstattung des Tageszeitungsmonopolisten weitgehend ferngehalten. Wann veröffentlichte die FLZ das Interview mit dem Personalrat der Kliniken? Vielleicht hatte ich es übersehen? Wann erschien das Interview mit einem Arzt – einem Praktiker? Hätte sich nicht ein Interview mit einem der „aufständischen Ärzten“ des Ansbacher Krankenhauses angeboten? Unabhängig berichtende Journalisten hätten den Kontakt zu diesen Medizinern gesucht. Journalisten hätten sich für die Gründe der „Rebellion“ interessiert. Handelte es sich bei den „rebellierenden“ Ärzten einzig um Egoisten, die nur deshalb den Beruf des Arztes ergriffen hatten, um möglichst viel Reibach zu machen? Oder war die „Rebellion“ möglicherweise couragierter Widerstand gegen ein System, das das Wohl der Patienten und der eigenen Mitarbeiter gefährden könnte? Wir sollten schon bedenken: im Idealfall spielt selbst noch nach 30 Berufsjahren der “Eid des Hippokrates” eine Rolle in den Überlegungen eines Arztes.

In der FLZ-Berichterstattung wird die Meinung einiger Weniger gestützt: wer unser Zukunftskonzept (Kosteneinsparungen / Stellenabbau) nicht mitträgt, der muss als Gegner einer kommunalen Trägerschaft gesehen werden. Das ist natürlich völlig absurd – hier wird eine Drohkulisse aufgebaut und mit Ängsten gearbeitet! Sind „Argumentationen“ dieser Art nicht Eingeständnis von Schwäche und Hilflosigkeit? Wer nicht mit uns ist, ist gegen uns?

Auffällig plumpe Ablenkungsmanöver in Zeiten von „Pleiten, Pech(?) und Pannen“: Wird eine „Pleite“ durch Zufälle an die Öffentlichkeit gespült, wird vom Tageszeitungsmonopolisten kurz darüber berichtet. Was folgt dann? Man kann sich inzwischen zuverlässig darauf verlassen: dann folgt ein umfangreicher Bericht, der sich mit der 10-Sterne-Gastronomie der Verbundkliniken befasst. Ich frage mich schon lange: wann bekommt Kochgenie Gerald Wüchner seine eigene Kochshow auf RTL?

Die FLZ spielt all diese Manöver mit. Zwangsläufig kommt mir ein Vergleich in den Sinn. Mit diesen Gedanken möchte ich nun auch meine Einleitung schließen.

Plauen, 1988: Der regionale Tageszeitungsmonopolist berichtet noch immer zuverlässig: „Den Sozialismus in seinem Lauf hält weder Ochs noch Esel auf“.

Ansbach 2014/2015: Der regionale Tageszeitungsmonopolist berichtet noch immer zuverlässig: „Den Neoliberalismus in seinem Lauf (incl. Auswirkungen auf die Daseinsvorsorge) hält weder Ochs noch Esel auf“.

 

Anfang 2014:

 

Ein Brief eines Ansbacher Kommunalpolitikers – gerichtet an den Landrat und in Kopie an mehrere Oberbürgermeister - enthielt kritische Fragen zu den Kliniken. Das Schreiben war nicht für die Öffentlichkeit gedacht. Hinterfragt wurden beispielsweise Ausgaben für Beratungsleistungen in Höhe von rund sieben Millionen Euro. Hinterfragt wurde auch, warum gute Ärzte das Klinikum verließen. Nur natürliche Fluktuation? Das Schreiben führte zu enormen Turbulenzen! Landrat Dr. Jürgen Ludwig warnte gar davor, die Kliniken für Wahlkampfzwecke zu missbrauchen. Eine entscheidende Frage (wurde sie überhaupt gestellt?) bleibt bis heute unbeantwortet: der kritische Brief wurde nur an wenige Personen verschickt. Warum tauchte dieser Brief plötzlich in der Öffentlichkeit auf? Fakt ist: wer auch immer diesen Brief öffentlich gemacht hatte, er hatte wohl tatsächlich nur eines im Sinn: Wahlkampf! Irgendwann kommt's raus – alles nur eine Frage der Zeit!

Noch eine Anmerkung zu den immensen Kosten externer Beratungen: Die Kliniken beschäftigen gut ausgebildetes Pflegepersonal. Die Pflegekräfte sind in der Lage, sich selbständig um die Patienten zu kümmern (Wundversorgung, Messung Körpertemperatur, Blutabnahme und vieles mehr) Die selbständige Erledigung solcher Tätigkeiten dürfte Einstellungsvoraussetzung für Pflegekräfte sein. Würde eine Krankenschwester einer Blutabnahme hilflos gegenüberstehen und externe Berater anfordern, so wäre diese Krankenschwester für eine der regionalen Kliniken wohl kaum länger tragbar! Warum wird hier mit zweierlei Maßstäben hantiert?

 

Im Mai 2014 berichtete die FLZ:

 

„Das medizinische Angebot wird ausgebaut – und gleichzeitig werden Stellen gestrichen. Das sind zwei Kernpunkte des Klinik-Zukunftskonzeptes, durch das ein wirtschaftliches Überleben der kommunalen Krankenhäuser in Stadt und Kreis Ansbach in den nächsten Jahren sichergestellt werden soll.“

Anmerkung: Personalabbau bei gleichzeitigem Ausbau des Angebotes: ist das nicht kurios? Wie soll das funktionieren? Das sollte nur dann funktionieren, wenn sich die Beschäftigten bisher gelangweilt hatten. Doch ist das so? Ebenfalls im Mai 2014 konnte man hierzu lesen:

„Im Verbundklinikum ANregiomed arbeiten aus medizinischer und pflegerischer Sicht nicht zu viele Mitarbeiter – aber rund zehn Millionen Euro der Personalkosten werden aufgrund der aktuellen Vorgaben im Gesundheitswesen nicht von den Kassen vergütet. Deshalb sieht das Zukunftskonzept des Verbundkrankenhauses auch Stellenstreichungen vor, um künftig ein positives Jahresergebnis erreichen zu können.“

 

Das Knirschen im Krankenhaus-Gebälk (FLZ, Juli 2014):

 

Unter anderem heißt es: „Es knirscht weiterhin hinter den Kulissen des Klinikums, das derzeit kräftig Personal abbaut, um sich finanziell fit für die Zukunft zu machen....... Mitarbeiter würden unter Druck gesetzt und unmöglich behandelt............. Wann hat der Wahnsinn endlich ein Ende? So ist ein Brief überschrieben, den offensichtlich Mitarbeiter des Verbundklinikums an Landrat Dr. Jürgen Ludwig verfasst haben. Das Schreiben ist anonym gehalten, aus Angst vor zu erwartenden personellen Maßnahmen. Viele darin enthaltende Vorwürfe decken sich mit vertraulichen Wortmeldungen von Krankenhaus-Mitarbeitern direkt gegenüber der FLZ. Auch Politiker in der Region erklären hinter vorgehaltener Hand, die Vorwürfe müssten ernst genommen werden, weil sie die Stimmung zumindest in einem Teil der Belegschaft widerspiegelten.......Vorgeworfen wird dem Klinikvorstand, dass er Mitarbeitern mit Trennung drohe, die nicht so mitziehen, wie er sich das vorstellt. Die Beschäftigten würden regelmäßig unter Druck gesetzt, keine negativen Belange an die Öffentlichkeit dringen zu lassen........ Unzählige Beschäftigte seien in den Krankenstand getrieben worden. Ein langjähriger und beliebter Mitarbeiter in Leitungsfunktion sei aus dem Verbund ausgeschieden worden. Dr. Goepfert habe sich dagegen eine illustre Truppe alter Bekannter ins Haus geholt....... Die Vorwürfe sind nicht neu, die meisten wurden bereits in der Öffentlichkeit diskutiert und sowohl vom Landrat als auch vom Klinikvorstand zurückgewiesen...... Landrat Dr. Jürgen Ludwig betonte, er halte anonyme Briefe generell für problematisch.“ Weiter wird Dr. Goepfert zitiert: „Alle die querschießen, müssten als Gegner einer kommunalen Trägerschaft gesehen werden.“

Anmerkungen:

„Politiker in der Region erklären hinter vorgehaltener Hand, die Vorwürfe müssten ernst genommen werden......“: Was sind das für Politiker, die sich nur hinter vorgehaltener Hand etwas zu sagen wagen? Ganz sicher sind das Politiker, die kein Mensch braucht! Vor wem haben solche „Politiker“ Angst?

„Landrat Dr. Jürgen Ludwig betonte, er halte anonyme Briefe generell für problematisch.“. Ist es nicht problematisch, wenn ein Landrat einen anonym gehaltenen Hilferuf für problematisch hält?

Angesichts des immensen Drucks, der offenbar auf vielen Mitarbeitern der Kliniken lastet, muss man sich schon fragen: verhält sich Landrat Ludwig hier „nur“ naiv oder bereits zynisch?

„Alle die querschießen, müssten als Gegner einer kommunalen Trägerschaft gesehen werden.“

Einspruch Herr Gesundheitsökonom* Dr. Andreas Goepfert! Der Baumarkt verfügt über ein großes Sortiment an Tapeten (nicht nur schwarz und weiß). Auch ich „schieße“ hiermit „quer“! Dadurch bin ich aber noch lange kein Gegner einer kommunalen Trägerschaft! Lesen Sie weiter – ich lade Sie hierzu ausdrücklich ein! Sie begreifen dann (vielleicht) was ich meine.....?

 

* Gesundheitsökonomie: Kritik und Grenzen

Die Analyse und Steuerung der Gesundheitsökonomie wird von vielen im Gesundheitswesen beschäftigten Experten kritisch betrachtet. Da die Gesundheitsökonomie sehr medizin- und pharmalastig ist, wird die soziale Lebenswelt jedes einzelnen Patienten in weiten Teilen außer Acht gelassen. Eine sehr starke Konzentration auf Preis- und Marktmechanismen, sowie deren Eigennutzen lassen viele Experten an den Methoden der Gesundheitsökonomen zweifeln. Die Unabhängigkeit gesundheitsökonomischer Analysen wird oft bezweifelt, weil die meisten Studien im Auftrag von Interessengruppen (wie der Pharmaindustrie, der Mediziner oder der Krankenversicherungen) erstellt und finanziert werden. Die Gesundheitsökonomie wird stark von methodischen Grenzen beeinflusst. Hierzu zählt die Lebensqualität, sowie die Monetarisierung von Nutzen. Eine weitere, nicht außer Acht zu lassende Grenze ist die Wertschätzung des Lebens. Ethische Konfliktsituationen treten häufig auf. (Auszüge aus Wikipedia)

 

Zukunftskonzept in der Umsetzung (WochenZeitung, Juli 2014):

 

„Am Mittwoch wurden die in den letzten Wochen von wenigen Stellen wiederholt verbreiteten Gerüchte und Behauptungen in der Verwaltungsratssitzung des Kommunalunternehmens behandelt und ausnahmslos geklärt. Für keinen der anwesenden Stadträte und Kreisräte blieben hier, auch auf direkte Nachfrage hin, irgendwelche Fragen offen. Zudem waren wir uns einig, dass diese Art von Debatten unserem Krankenhausunternehmen schadet, unsere Mitarbeiter unnötig belastet und Patienten verunsichert, so der Verwaltungsratsvorsitzende.“

Anmerkung: Debatten schaden dem Krankenhausunternehmen ganz sicher nicht. Debatten belasten die Mitarbeiter der Kliniken ganz sicher nicht. Debatten verunsichern Patienten ganz sicher nicht. Was das Krankenhausunternehmen schädigt, Mitarbeiter belastet und den Patienten - am Ende einer unheilvollen Kette – zu Recht stark verunsichert, ist die politisch gewollte Unterfinanzierung „unseres“ Gesundheitssystems. Ein Gesundheitssystem, welches bis in die allerletzten Winkel durchökonomisiert wurde bzw. wird! Da freut sich die marktkonforme Kanzlerin! Auch weil sie weiß, dass sie sich auf ihre regionalen Lakaien an vorderster „Bürgerfront“ jederzeit verlassen kann......

 

Infarkt-Patienten: Klinik-Leitung kippt Spar-Lösung (FLZ, November 2014)

 

„Nach massiver Kritik vor allem aus den Reihen der Notärzte und der niedergelassenen Mediziner hat Krankenhaus-Vorstand Dr. Andreas Goepfert die Spar-Lösung bei der Versorgung von Herzinfarkt-Patienten gekippt. Ab 1. Dezember werden wieder alle Herzkatheterlabore in den Kliniken auch an den Wochenenden im Einsatz sein. Damit müssen Patienten zum Beispiel aus dem Raum Ansbach nicht mehr befürchten, am Wochenende am nahen Klinikum vorbei ins weiter entfernte Rothenburger Krankenhaus gebracht zu werden.“

Vorausgegangen ist ein offener Brief der Ansbacher Notärzte. In ihrem Schreiben - gerichtet an den Ansbacher Landrat und die Ansbacher Oberbürgermeisterin - baten sie darum, dass diese Spar-Lösung wieder zurückgenommen werde. „Dem Wohl der Patienten diene es nicht, wenn Herzinfarkt-Patienten an Wochenenden wechselweise jeweils nur in Rothenburg oder Ansbach versorgt würden. Es müsse dringend zur früheren Regelung zurückgekehrt werden – also zum 24-Stunden-Herzkatheterlabordienst in beiden Krankenhäusern. Dadurch könnten den Patienten lange Wege erspart werden.“

Anmerkung: Herzlichen Dank an die couragierten Notärzte und niedergelassenen Ärzte, die sich vorbildlich für ihre Patienten eingesetzt hatten. Ärzte, für die das Wohl ihrer Patienten im Vordergrund steht. Auch wenn dies möglicherweise nicht im Interesse anderer Akteure (Controller in ihren Bürostuben, Gesundheitsökonomen oder „Gesundheitspolitiker“) sein mag.

Hochinteressant, die Art und Weise, wie die Sparlösung vorgenommen wurde: still und heimlich hinter verschlossenen Türen, ohne Information der Öffentlichkeit. Wie viele weitere Sparlösungen wurden bereits vorgenommen, von denen die Öffentlichkeit bis heute nichts weiß?

 

Rangauklinik: Kooperation mit Klinikum Nürnberg (FLZ, November 2014):

 

„Träger der Rangauklinik ist die Diakonie Neuendettelsau, die wiederum auch in Nürnberg Krankenhäuser betreibt. Und deren Chef Hermann Schoenauer sagte gestern auf FLZ-Nachfrage, für die jetzt aktuellen Veränderungen sei der Klinikverbund ANregiomed selbst verantwortlich: weil das Klinikum Ansbach den Kernbereich der Rangauklinik, die Lungenheilkunde (Pneumologie), jetzt ebenfalls anbiete. Daraus hätten die Verantwortlichen der Rangauklinik die entsprechenden Folgerungen gezogen. Der Diakoniechef: „Wir brauchen keine Doppelstrukturen.“

Weiter wird berichtet: „Hinzugekommen sei die Kündigung des bisherigen Kooperationsvertrages durch das Klinikum Ansbach aus rechtlichen Gründen.“

Anmerkung: Im Mai 2014 hieß es in der Berichterstattung über ANregiomed noch: „Die aktuell größten Probleme: Zu wenige Patienten, zu viele Doppelstrukturen, zu hohe Personalkosten.“

Ein halbes Jahr später erfährt man nun also, dass Doppelstrukturen aufgebaut werden: „Schoenauers Überzeugung: „Es bestand also die feste Absicht, dass im Ansbacher Krankenhaus eine eigene Abteilung mit einem eigenen Facharzt für Pneumologie entstehen soll.“ Was nun? Links oder Rechts? Oben oder Unten? Schwarz oder Weiß? Oder nichts von allem? Oder doch? Herrn Schoenauer muss ganz sicher zugestimmt werden wenn er betont „Doppelstrukturen müssen nicht sein.“

Vieles deutet darauf hin, dass sich die Lungenheilkunde noch rentiert. Und so blinkt das Euro-Zeichen in den Augen mancher Gesundheitsökonomen, ist es doch vorrangiges Ziel, die Wirtschaftlichkeit des Unternehmens zu verbessern. Streunen da etwa doch noch cash cows auf heimischen Weiden? Diese (noch) verbliebenen cash cows müssen von ANregiomed gemolken werden! Man darf diese auf keinem Fall der Rangauklinik überlassen.

 

Aus Firmen und Unternehmen (FLZ, November 2014):

 

„Um Gesundheit und gesunde Ernährung ging es bei einer Vortragsveranstaltung, zu der die Vorstände Dr. Christoph Glenk und Fabian Neitzel von der VR Bank Dinkelsbühl in die Schranne eingeladen hatten. Unter dem Motto „In der Mitte des Lebens“ gaben dabei die beiden Referenten Dr. Arnulf Zimmermann, Chefarzt der Inneren Medizin der ANregiomed Klinik Dinkelsbühl, und Gerald Wüchner, Küchendirektor der Klinik, Tipps, um gesund ein hohes Alter zu erreichen.“

Anmerkungen: Hat die schwierige wirtschaftliche Lage der Kliniken etwa auch Spuren in den Portmonees der Herren Zimmermann und Wüchner hinterlassen? Es liegt noch gar nicht so lange zurück: bis vor wenigen Jahren ging ein hochkarätiger Chefarzt alleine seinen umfassenden Aufgaben am örtlichen Klinikum nach. Auch er hielt Vorträge. Doch er hielt seine Vorträge dort wo sie meiner Ansicht nach hingehören: im Speisesaal der Dinkelsbühler Klinik! Er hatte es nicht nötig, sich vor dem Werbekarren einer mehr als fragwürdigen Bank (siehe weitere Artikel auf dieser Homepage) spannen zu lassen. Das System der Seilschaften, das war offenbar nicht so „sein Ding“. Vielleicht hatte er – klug genug - erkannt: das gute Ansehen (sein persönliches Ansehen und das Ansehen der Klinik) muss nicht unter allen Umständen beschädigt werden. Ich habe nun keinerlei Informationen darüber, ob die beiden Herren Zimmermann und Wüchner auf der Werbeveranstaltung der VR Bank Dinkelsbühl für ihr Engagement entlohnt wurden (Honorare oder andere Zuwendungen). Darüber können einzig die Herren Glenk, Neitzel, Zimmermann und Wüchner Auskunft geben. Möglicherweise auch Paketzusteller kurz vor Weihnachten?

 

In den Kliniken: „Heimat auf dem Teller“ (FLZ, November 2014):

 

„Tomaten bezieht das Verbundkrankenhaus ANregiomed bereits aus der Region: von einem großen Produzenten aus Dinkelsbühl. Jetzt setzt Küchenchef Gerald Wüchner auch auf heimischen Fisch: Einmal im Monat werden ab sofort Karpfen aus dem Landkreis in den Kliniken in Ansbach, Dinkelsbühl und Rothenburg sowie in der Feuchtwanger Kurzzeitpflege als Menü angeboten. Landrat Dr. Jürgen Ludwig übernahm gestern eine Formulierung aus dem Nürnberger Land: „Wir bieten hier Heimat auf dem Teller“.

Anmerkung: Ist das Zufall? Ausgerechnet inmitten Zeiten von „Pleiten, Pech(?) und Pannen“ (gescheiterte Sparlösung Herzinfarkt-Patienten) erfolgt dieser Artikel zur Gourmet-Verköstigung in den ANregiomed-Kliniken. Für mich als potentieller „Kunde“ (besser: cash cow oder poor dog) stellt eine gute Krankenhausküche ein kleines Plus dar. Das nehme ich dann eben mit! Ich kenne niemanden, der gerne in ein Krankenhaus geht, weil man ihm dort lecker Karpfen und Krapfen serviert! Wenn ich in ein Krankenhaus muss, dann habe ich ein gesundheitliches Problem. Wenn ich in ein Krankenhaus muss, dann mache ich mir mehr oder weniger große Sorgen. Wenn ich in ein Krankenhaus muss, dann hoffe ich, dass ich dort kompetent behandelt werde. Und so will auch ich nun eine Formulierung aus dem Nürnberger Land leicht verändert wiedergeben: „Wir bieten hier genügend kompetente Ärzte am Operationstisch und genügend gut ausgebildete Pflegekräfte vor dem Krankenbett“.

Wenn das sichergestellt ist bzw. wird, dann bin ich gerne „Kunde“ der ANregiomed.

Wenn ich gut Essen will, dann gehe ich in ein Restaurant. Dort bin ich Gast!

 

Der völlig unerwartete Meteoriteneinschlag

Höhere Gewalt, die Region hatte keine Chance

Dass es so weit kommen konnte...?

 

Erklärung von Verwaltungsräten ANregiomed 2014 (WochenZeitung)

 

„Die äußeren Rahmenbedingungen sind derzeit für viele Krankenhäuser in ganz Deutschland schwierig, da ein enormer Kostendruck auf ihnen lastet. Für das Jahr 2013 ist inzwischen bekannt, dass die Hälfte aller Kliniken in Deutschland rote Zahlen geschrieben hat. Auch mit Blick auf die Zukunft wird die sogenannte Kosten-Erlös-Schere sich weiter öffnen, d.h., dass im Jahre 2014 bei gleicher Leistung und bei steigenden Kosten die Vergütung gegenüber 2013 erheblich zurückgeht. Dies sind die vom Gesundheitssystem vorgegeben Rahmenbedingungen innerhalb der wir arbeiten müssen.“ Unterzeichnet wurde diese Erklärung von nachfolgenden Verwaltungsräten: Uwe Fröhlich (Bündnis90/Die Grünen), Ingo Hayduk (CSU), Stefan Horndasch (CSU), Dr. Jürgen Ludwig (CSU), Dr. Bernd Meindorfner (FW), Helga Koch (SPD), Hugo Pelczer (CSU), Uwe Schreiner (Bündnis90/Die Grünen) und Kurt Unger (SPD)

Anmerkung: „bei gleicher Leistung und bei steigenden Kosten die Vergütung gegenüber 2013 erheblich zurückgeht.“: Übertragen wir diese Konstruktion mal auf einen Bäcker:

Bei gleicher Leistung (Backstube 2 Uhr bis 10 Uhr) und bei steigenden Kosten (höhere Energiekosten, höhere Rohstoffpreise, höhere Lohnkosten usw.) erheblich zurückgehende Vergütung (staatlich verordnetes Preisdiktat = staatlich angeordnete massive Preissenkung auf Backwaren aller Art). Diese Art der „Politik“ wird sämtliche Bäcker in die Insolvenz treiben! Das ist das einzige Ziel dieser Art von „Politik“, darüber sind wir uns sicher einig.

Mögliches bzw. wahrscheinliches Ergebnis: ein mächtiger Großbäcker überzieht die Republik mit einem Netz tausender Filialen. Er beschäftigt zahlreiche Aufstocker („Hartz IV“, ein Qualitätsprodukt „unseres“ stellvertretenden Landrats Kurt Unger). Der Inhaber der Backwarenfabrik: ein tüchtiger Unternehmer (böse Oligarchen finden wir ausschließlich in Osteuropa vor). Er freut sich schelmisch über die sehr gute Arbeit seiner Lobbyisten. Doch für deren Engagement musste er tief in seine Brieftasche greifen: da waren nicht nur deren Gehälter – es mussten auch noch deren Wohnungen in Brüssel und Berlin finanziert werden. Der Großbäcker – ein Backökonom – investiert laufend weiter. Vor allem in eine qualifizierte Steuerberatung. Unser Backökonom will erfahren haben, dass es möglich sein soll, in Deutschland erwirtschaftete Gewinne beispielsweise nach Luxemburg zu verschieben. Dort werden sie angeblich nur zu einem Bruchteil versteuert. Unter vorgehaltener Hand wird behauptet, dass die verflixte Besteuerung so auf unter 1 % gedrückt werden kann. Ich kann nun jedoch kaum glauben, dass dies tatsächlich gängige Praxis im geeinten Europa ist. Ganz sicher sind das wirre Verschwörungstheorien europafeindlicher Kräfte. Schande über sie! Wären oben geschilderte Steuerpraktiken tatsächlich real, so würde dies ja bedeuten, dass ein Kumpel „unseres“ Landrates Dr. Jürgen Ludwig auch unserer Region Steuern stiehlt. Ein Freund des Landrates als Steuerdieb? Ein Freund des Landrates etwa gar als Pate eines Steuerkartells? Nicht auszudenken! Jean-Claude Juncker, Präsident der Europäischen Kommission, war von 1989 bis Juli 2009 Finanzminister und von 1995 bis Dezember 2013 Premierminister Luxemburgs. Jean-Claude Juncker ist als Mitglied der CSV christlich und sozial. Ebenso wie Landrat Dr. Jürgen Ludwig (auch er ist als Mitglied der CSU christlich und sozial). Beide Parteien, CSV und CSU, sind Mitglieder der europäischen EVP. Würde Ludwigs Parteifreund Juncker nun unserer Region tatsächlich Steuern stehlen, so könnte Herr Dr. Ludwig die Kliniken der ANregiomed nicht mehr ausreichend finanzieren. Ich glaube kaum, dass Landrat Dr. Jürgen Ludwig dies zuließe! Schon J. W. v. Goethe hatte einst erkannt: „Sage mir, mit wem du umgehst, so sage ich dir, wer du bist“.

 

Förderverein Dinkelsbühler Krankenhaus beleuchtete die derzeitige Situation der Klinik (FLZ, Februar 2014):

 

Dr. Jürgen Walchshöfer (CSU), Vorsitzender des Fördervereins: „Die wirtschaftliche Gesamtsituation des Unternehmens sei nach wie vor schwierig, was jedoch nicht am medizinischen, pflegerischen oder verwalterischen Angebot der Klinik liege, sondern an miserablen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung insgesamt. Weil derzeit ein Bündnis Ahnungsloser Angst schüre, würden Personal und Bürgerschaft verunsichert“

 

Auch die Kurzzeitpflege mit Defizit (FLZ, Mai 2014):

 

„Die Kurzzeitpflege im ehemaligen Kreiskrankenhaus (Feuchtwangen) wurde als Ausgleich für die Schließung der Akutklinik eingerichtet. Das Angebot wird gut nachgefragt, bestätigte Dr. Andreas Goepfert gestern gegenüber der Fränkischen Landeszeitung. Und: „Wir sehen Bedarf für diese Abteilung“. Sie könne aber aufgrund der Vergütungs-Vorgaben im Gesundheitssystem nicht wirtschaftlich arbeiten“.

 

Rund zehn Millionen Euro ungedeckte Personalkosten (FLZ, Mai 2014):

 

„Im Verbundklinikum ANregiomed arbeiten aus medizinischer und pflegerischer Sicht nicht zu viele Mitarbeiter – aber rund zehn Millionen Euro der Personalkosten werden aufgrund der aktuellen Vorgaben im Gesundheitswesen nicht von den Kassen vergütet. Deshalb sieht das Zukunftskonzept des Verbundkrankenhauses auch Stellenstreichungen vor, um künftig ein positives Jahresergebnis erreichen zu können.“

 

Homepage Landkreis Ansbach:

 

„Um sich im steigenden Wettbewerbsdruck der deutschen Kliniklandschaft und den vielfältigen Herausforderungen und ökonomischen Gegebenheiten im Markt zu positionieren, liegt die entscheidende Herausforderung in der Differenzierung durch die Servicequalität – also durch Leistung und Angebot über die primäre Behandlung und Diagnostik hinaus.“

Anmerkung: „Wettbewerbsdruck“ und „ökonomische Gegebenheiten im Markt“ damit ist im Grunde genommen alles gesagt! Der Mensch als Kugel im neoliberalen Flipperautomaten. Gesundheit als Ware auf dem Markt. Heute Hüftoperationen im Angebot – darf´s ein bisschen mehr sein?

Wie lange müssen wir noch darauf warten, dass saubere Luft auf diesem „Markt“ gehandelt wird. Luftökonomie. Saubere Luft nur noch für „die 1 %“ (Landräte Ludwig, Unger und deren Kumpels aus Politik, Wirtschaft und „Finanzindustrie“?)? Vorschlag für die Kinderzeche 2015: ein „Markt“ auf dem Volksfestplatz (statt Geisterbahn)! Landrat Dr. Ludwig im Kassenhäuschen – selbstverständlich ehrenamtlich. Erlös an die Hanns-Seidel-Stiftung oder an Herrn Klitschko (über dem Umweg Konrad-Adenauer-Stiftung)?

 

Wer bedauert nun alles den „völlig unerwarteten Meteoriteneinschlag“?

 

Bereits oben erwähnte Äußerungen nochmals zusammengefasst:

Die äußeren Rahmenbedingungen sind derzeit für viele Krankenhäuser in ganz Deutschland schwierig, da ein enormer Kostendruck auf ihnen lastet. Für das Jahr 2013 ist inzwischen bekannt, dass die Hälfte aller Kliniken in Deutschland rote Zahlen geschrieben hat. Auch mit Blick auf die Zukunft wird die sogenannte Kosten-Erlös-Schere sich weiter öffnen, d.h., dass im Jahre 2014 bei gleicher Leistung und bei steigenden Kosten die Vergütung gegenüber 2013 erheblich zurückgeht. Dies sind die vom Gesundheitssystem vorgegeben Rahmenbedingungen innerhalb der wir arbeiten müssen.“ oder „Die wirtschaftliche Gesamtsituation des Unternehmens sei nach wie vor schwierig, was jedoch nicht am medizinischen, pflegerischen oder verwalterischen Angebot der Klinik liege, sondern an miserablen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung insgesamt“.

Diese Aussagen / Erklärungen stammen von:

 

Uwe Fröhlich (Bündnis90/Die Grünen)

Ingo Hayduk (CSU)

Stefan Horndasch (CSU)

Dr. Jürgen Ludwig (CSU)

Dr. Bernd Meindorfner (FW)

Helga Koch (SPD)

Hugo Pelczer (CSU)

Uwe Schreiner (Bündnis90/Die Grünen)

Kurt Unger (SPD)

 

Dr. Jürgen Walchshöfer (CSU)

 

Aktuell befinden sich im Verwaltungsrat ANregiomed nachfolgende Politiker/innen:

 

Dr. Jürgen Ludwig (CSU)

Carda Seidel (Parteilos)

Dr. Christoph Hammer (CSU)

Walter Hartl (Parteiunabhängig)

Stefan Horndasch (CSU)

Uwe Schreiner (Bündnis90/Die Grünen)

Kurt Unger (SPD)

Uwe Fröhlich (Bündnis90/Die Grünen)

Helga Koch (SPD)

Jochen Lintermann (CSU)

Otto Schaudig (CSU)

Manfred Stephan (BAP)

 

Bundesregierungen der vergangenen 20 Jahre

 

1994–1998: CDU/CSU/FDP

Gesundheitsministerium: Horst Seehofer (CSU)

 

1998-2002: SPD/GRÜNE

Gesundheitsministerium: Andrea Fischer (GRÜNE) und Ulla Schmidt (SPD)

 

2002-2005: SPD/GRÜNE

Gesundheitsministerium: Ulla Schmidt (SPD)

 

2005-2009: CDU/CSU/SPD

Gesundheitsministerium: Ulla Schmidt (SPD)

 

2009-2013: CDU/CSU/FDP

Gesundheitsministerium: Philipp Rösler (FDP) und Daniel Bahr (FDP)

 

ab 2013: CDU/CSU/SPD

Gesundheitsministerium: Hermann Gröhe (CDU)

 

Amtseid

 

Sämtliche Gesundheitsminister hatten bei Amtsantritt folgenden Amtseid geleistet:

„Ich schwöre, dass ich meine Kraft dem Wohle des deutschen Volkes widmen, seinen Nutzen mehren, Schaden von ihm wenden, das Grundgesetz und die Gesetze des Bundes wahren und verteidigen, meine Pflichten gewissenhaft erfüllen und Gerechtigkeit gegen jedermann üben werde. So wahr mir Gott helfe.“

 

Es fällt mir nun schwer, die „miserablen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung“ (Zitat Dr. Jürgen Walchshöfer, CSU) irgend einer „höherer Gewalt“ zuzuschreiben! Die heutigen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung sind vielmehr das logische und gewollte Ergebnis zurückliegender politischer Entscheidungen!

Sogenannte „Gesundheitspolitiker“ aus CSU, Bündnis90/Die Grünen, SPD, FDP und CDU hatten sich durch ihre Art der Weichenstellung bewusst dafür entschieden, die Kliniken nicht ausreichen zu finanzieren! Das Wohl des deutschen Volkes wurde auch hier finanziellen Interessen einiger Weniger untergeordnet. Dabei wurde / wird in Kauf genommen, dass die gewollte Unterfinanzierung den Bürgern Schaden zufügt. Viele Krankenhausmitarbeiter werden durch widrige Arbeitsbedingungen (Arbeitsverdichtung) physisch wie psychisch kaputtgemacht. Es muss in Frage gestellt werden, ob Patienten von Ärzten und Pflegekräften, die chronisch überarbeitet sind, noch angemessen versorgt werden können. Diese Frage kann jeder Leser ganz alleine für sich beantworten!

Orientiert man sich weiterhin an Bilanzen, so führt dies zur weiteren Zerstörung einer am Menschen orientierten Medizin durch politisch gewollte ökonomische Habgier.

Aktuell befinden sich im Verwaltungsrat ANregiomed 9 von 12 Regionalpolitiker/innen, deren Parteien in den zurückliegenden Jahren in Regierungsverantwortung standen bzw. aktuell stehen. 9 von 12 Verwaltungsräte stützen somit genau diese Art der Politik. In peinlichen – an Scheinheiligkeit nicht mehr zu überbietenden Statements - bedauern diese Spezialisten nun irgendwelche Rahmenbedingungen „des Gesundheitssystems“. Lassen Sie sich von solchen Zeitgenossen nicht länger in die Irre führen! Ihre Parteien haben lange – unter großem Einfluss von Lobbyisten – auf genau diese Rahmenbedingungen hingearbeitet!

Nochmals zurück zu Herrn Dr. Jürgen Walchshöfer (CSU): kritisiert er die „miserablen Rahmenbedingungen der Krankenhausfinanzierung“, so belastet er sich selbst! Das ist sein gutes Recht. Seine CSU trägt seit 2005 ununterbrochen Regierungsverantwortung. Seine CSU könnte die „miserablen Rahmenbedingungen“ jederzeit ändern.

 

Finanzierung bzw. Verzicht auf Finanzierung – Rückblick

 

Fallpauschalen: Krankenhausfinanzierung durch Fallpauschalen

 

Seit etwa 2003 (Rot-Grüne-Koalition) erfolgt in Deutschland die Abrechnung stationärer Leistungen am Patienten nicht mehr über den Krankenhaustagessatz. Die Abrechnung erfolgt stattdessen über eine für die jeweilige Erkrankung des Patienten festgelegte Fallpauschale.

Das Wohl der Patienten und Pflegebeschäftigten wurde hier also fragwürdigen ökonomischen Kennzahlen untergeordnet.

 

Steuerpolitik der vergangenen Jahre

 

9 von 12 Regionalpolitiker/innen im Verwaltungsrat ANregiomed verweigern sich energisch notwendiger Einnahmen.

 

Massive Steuersenkungen begannen ab 1997: die Vermögensteuer wurde abgeschafft.

 

Der Spitzensteuersatz der Einkommensteuer wurde reduziert: von 53 % bis 2005 auf 42 %. 2007 stieg der Spitzensteuersatz beim Einkommen zwar wieder auf 45 % an, allerdings nur für Einkommen ab 250.000 € für Ledige und 500.000 € für Verheiratete, während zuvor der Spitzensteuersatz bereits ab etwa 55.000 € für Ledige griff.

 

Die Kapitalertragsteuer auf Zinsen wurde 2009 von der meist höheren Einkommensteuer abgekoppelt und auf lediglich 25 % abgesenkt (= Bevorzugung leistungsloser Zinseinkünfte. Soviel zum Thema „Leistung muss sich lohnen“).

 

Die Körperschaftsteuer sank im Jahr 2000 von 45 % auf 40 %, 2002 weiter auf 25 % und 2008 auf nur noch 15 %. Veräußerungsgewinne beim Verkauf von Betriebsvermögen wurden 2002 sogar völlig steuerfrei gestellt. Diese Entscheidung befeuerte die fragwürdigen Aktivitäten der Hedgefonds dramatisch.

 

Eine Erbschaftssteuerreform folgte 2008.

 

Gemäß einer Studie des DIW (S. Bach) waren die Nutznießer der Steuerreformen eindeutig reichere Bevölkerungsschichten.

Das Handelsblatt titelte am 20.08.2012: „Rot-grüne Reformen nutzten vor allem den Reichen“.

 

Finanztransaktionssteuer:

 

Herrn Göppels Herzensangelegenheit. Er forderte die Einführung dieser Steuer bereits lange vor der Finanzkrise. Man kann sich sicher sein: bei rechtzeitiger Einführung dieser Steuer wäre uns manches erspart geblieben. Herr Dr. Ludwig wäre möglicherweise sogar noch in der Lage, Kliniken zu finanzieren?!

Denken wir doch nur an diesen Irrsinn: kaufen Sie sich aufgrund einer Sehbeeinträchtigung eine Brille, so zahlen Sie darauf 19 % Steuer. Kaufen Sie sich auf den sogenannten Finanzmärkten „Massenvernichtungswaffen“ (die sich gegen Staaten richten lassen), so bleibt dieses Geschäft steuerfrei.

In den 80-er Jahren wurde eine Aktie in Deutschland im Schnitt zehn Jahre lang gehalten, bereits 2009 waren es nur noch sechs Monate. Aktienhändler in New York sprechen mittlerweile von einer durchschnittlichen Haltedauer von gerade einmal 22 Sekunden. Devisengeschäfte laufen offenbar im 30-Sekunden-Takt ab. Banken und Börsen im Dienste der Realwirtschaft.....?

Bis heute ist die Finanztransaktionssteuer nicht eingeführt. Es besteht kein Interesse! Die verantwortlichen Politiker wollen sie nicht! Und Herr Göppel kann sich – weitgehend alleingelassen - auch hier nicht durchsetzen!

 

Steueroptimierung

 

Der lockere Umgang mit Steuerverhinderung und Steueroptimierung ist politisch gewollt.

Die aktuelle Berichterstattung über in Luxemburg operierende Firmen macht deutlich: viele auch in Deutschland tätige Konzerne verschieben ihre Gewinne innerhalb des eigenen Unternehmens. Die Gewinne werden künstlich kleingerechnet und der Rest am Standort mit dem niedrigsten Steuersatz versteuert.

Berechnungen zufolge sollen Deutschland jährlich 160 Milliarden Euro entgehen, weil ausländische Firmen hierzulande zwar Geschäfte machen, sich den Steuerbehörden gegenüber aber arm rechnen.

Nur ein Beispiel von vielen: nach Recherchen der Nachrichtenagentur Reuters hatte die Europa-Zentrale von Amazon in Luxemburg 2011 einen Umsatz in Höhe von 9,1 Milliarden Euro gemeldet, der zu versteuernde Gewinn lag aber nur bei 29 Millionen Euro.

Unserer Steuergesetzgebung liegen demokratische Beschlüsse zugrunde. Warum verzichten unsere politisch Unverantwortlichen auf diese so dringend benötigten Steuern? Weil große Teile der Politik längst einen Pakt mit einer kleinen, einflussreichen Minderheit geschlossen haben? Doch Vorsicht: eine Politik gegen die „99 %“ lässt sich nicht unbegrenzt aufrechterhalten! Zahlreiche Beispiele belegen dies! Ein Blick ins Geschichtsbuch lohnt!

 

Bankenrettung:

 

In Deutschland wurden 480 Mrd. Euro zur Rettung verwahrloster Banken bereitgestellt. Ausgehandelt in einer Blitzaktion unter aktiver Mitwirkung von Vertretern des Bankenverbandes und der betroffenen Finanzinstitute.

Vertreter der „Finanzindustrie“ hatten die Apokalypse an die Wand gemalt. Einmal mehr wurden „unsere“ politisch Verantwortlichen erpresst. Einmal mehr ließen sich „unsere“ politisch Verantwortlichen erpressen. Sie ließen einen gigantischen Raubzug an den öffentlichen Finanzen zu. Sie setzten ganz nebenbei kapitalistische Grundregeln für interessierte „elitäre“ Kreise – einer kleinen, überschaubaren Gruppe - außer Kraft! Unser Kapitalismus, eingebettet in einer sozialen Marktwirtschaft, hatte lange Zeit gut funktioniert. Warum rücken unsere politischen „Eliten“ gerade im Umgang mit Banken vom Kapitalismus ab? Haben sie noch das „Heft in der Hand“? Meine persönliche feste Überzeugung: NEIN!

 

Bürgerversicherung - Viel diskutiert - Sehr viele Befürworter:

 

Dem gegenwärtigen – nicht mehr zeitgemäßen - System der Krankenversicherung wird ein Gerechtigkeitsdefizit bescheinigt.

Eine Reform hin zu einer Bürgerversicherung würde eine vernünftige Finanzierung des Gesundheitssystems gewährleisten. Zur erforderlichen Finanzierung würden alle Einkommensbezieher beitragen. Zur Finanzierung würden alle Einkommensarten (ja sogar leistungslose Einkommen) herangezogen.

Die Bürgerversicherung hat viele Befürworter und aktuell eine Mehrheit im Parlament. SPD, Linke und Grüne warben bereits für eine Bürgerversicherung. Die Bürgerversicherung schaffte es bereits in die Wahlprogramme der SPD, der Grünen und der Linken. Welchen Wert solche Wahlprogramme haben, konnte man nach der Bundestagswahl beobachten: die Funktionspartei (Mehrheitsbeschaffer) SPD stieg ohne Skrupel in das nur scheinbar kuschelige schwarze Bett (Sarg?). Wie kuschelig es dort ist, darüber könnte eine inzwischen völlig bedeutungslos gewordene Splitterpartei berichten.

Eine Bürgerversicherung ist nicht gewollt! Eine ausreichende Finanzierung des Gesundheitswesen ist nicht gewollt. Das Gemeinwohl – ärgerlicher Blödsinn in Amtseid und Verfassung – muss hinter anderen Interessen zurückstehen. Das scheint alternativlos – auch für 9 der 12 Verwaltungsräte ANregiomed!

Eine weitere Anmerkung zur Bürgerversicherung: Noch im Juli 2013 warb die frühere Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) für die Bürgerversicherung. Hätte sie nicht viele Jahre Zeit gehabt, diese Bürgerversicherung einzuführen? Wer braucht solche Politiker?

 

Ursache und Wirkung

 

Die oben aufgeführten politischen Entscheidungen (Liste wäre sicher erweiterbar) zeigen logischerweise Wirkung: viele Kommunen sind durch die Steuergesetzgebung des Bundes mittlerweile finanziell ausgeblutet. Man braucht sich nicht zu wundern, warum der Staat für sehr viele wichtige Aufgaben heute zu wenig Geld hat. Die Schwächung der öffentlichen Haushalte und ein dramatischer Anstieg der Staatsverschuldung ist ganz sicher keiner Naturgewalt anzulasten. Diese Schwächung ist politisch gewollt! Aber warum?

Es liegt eine Politik des Pfusches zugrunde! Und dieser Murks verstößt zunehmend gegen unsere Verfassung! Doch egal, es wird munter weiter gepfuscht, auf die geleisteten Amtseide wird „geschissen“, einer wirklichen Problem- und Ursachenforschung wird aus dem Weg gegangen. Alle „Volksvertreter“ - das gilt auch für „unsere“ Regionalfürsten – sollten wissen: knöpft man sein Hemd am ersten Knopf falsch zu, kann der Fehler am sechsten Knopf nicht mehr korrigiert werden. Wer weiß – vielleicht brachte ihnen das Christkind ja einen Rollkragenpullover? Den Beschäftigten und Patienten der ANregiomed-Kliniken wird das ganz sicher nicht weiterhelfen!

 

Opfer wurden längst erbracht

 

Es ist ja ganz sicher nicht so, dass sich die Bürger „Reformen“ und Einsparungen generell verweigern würden. Wurden nicht längst Opfer erbracht? Krankenhaus Feuchtwangen: geschlossen! Krankenhaus Schillingsfürst: geschlossen! Krankenhaus Wassertrüdingen: geschlossen! Schaut man auf die Entwicklung des BiP, so wundert man sich schon, dass die inzwischen geschlossenen Kliniken einst eine Existenzberechtigung hatten. Man wundert sich schon sehr, dass trotz des weitaus geringeren BiP's die Kliniken damals finanzierbar waren. Die Kliniken waren damals politisch gewollt und somit auch finanzierbar!

 

Was geht im Kopf unseres(?) Landrates Dr. Jürgen Ludwig (= Verwaltungsratsvorsitzender ANregiomed) vor?

 

Die Wirtschaftsförderer des Landkreises Ansbach berichteten vor den Ansbacher Kreisräten (Quelle: FLZ – Artikel vom 12.12.14): „Die Wertschöpfung im Kreis berechnet nach dem Bruttoinlandsprodukt betrug 2014 rund fünf Milliarden Euro und damit pro Erwerbstätigem circa 55140 Euro. 1990 hatte die Wertschöpfung in der Region zwei Milliarden Euro betragen.“

Müsste einem Landrat, der tatsächlich seine Kraft dem Wohle der Bürger des Landkreises Ansbach widmet, der tatsächlich den Nutzen der Bürger mehrt, der tatsächlich Schaden von den Bürgern fernhält, der tatsächlich das Grundgesetz wahrt und verteidigt, der tatsächlich seine Pflichten gewissenhaft erfüllt und der tatsächlich Gerechtigkeit gegen jedermann übt, nicht ein Licht aufgehen angesichts solcher Zahlen? Angesichts der wirtschaftlichen Entwicklung innerhalb der vergangenen 24 Jahre? Ein Landrat der Kreis-Bürger (damit meine ich einen Landrat aller Bürger – nicht einen Landrat einiger weniger „Eliten“) würde sich in ein abgeschiedenes, stilles Kämmerchen zurückziehen und sich spätestens dort grundlegende Gedanken machen. Er würde hinterfragen, warum es im Jahre 1990 (BiP 2 Milliarden Euro) noch möglich war, weitere Kliniken in der Region zu finanzieren. Er würde gleichzeitig hinterfragen, warum im Jahre 2014 (BiP rund 5 Milliarden Euro!!) selbst die verbliebenen Kliniken nicht mehr ausreichend finanziert werden können. Gleichzeitig würde er die öffentliche Schuldenentwicklung der vergangenen 24 Jahre betrachten. Dann würde er sich für sein bisheriges politisches Wirken schämen, sich bei den Kreisbürgern entschuldigen und eine weise Entscheidung treffen: er würde sein Parteibuch zurückgeben und seine ganze Kraft dem Wohle der Kreis-Bürger widmen. Aller Bürger!

Doch zurück zu Landrat Dr. Jürgen Ludwig, beinahe hätte ich ihn vergessen: auf o. g. Veranstaltung (Bericht der Wirtschaftsförderer) meinte er: es gelte für den Landkreis, das Profil als Kunststoffkompetenzregion noch stärker herauszuarbeiten. Unser(?) Landrat und seine Freunde: die Unternehmer und Banker - Landrat Ludwig gleich Bankrat Ludwig?

 

Kosten-Nutzen-Analyse: Landrat Ludwig verdient derzeit 10.249,19 Euro monatlich (Quelle FLZ, November 2014). Finanziert wird dieses Gehalt aus Steuereinnahmen – bei leerer Kasse über Neuverschuldung. Doch genug scheint nicht genug: Im Rahmen seiner Nebentätigkeit für die Sparkasse erhielt er 2014 nochmals zusätzlich 25.005,54 Euro (Jahresgehalt). Zu einer Nebenbeschäftigung greift man gewöhnlich aus finanzieller Not oder aus Langeweile. Gänzlich ungeklärt: Wie sieht die Vergütung für den Verwaltungsratsvorsitzenden der ANregiomed aus? Hält Herr Landrat Ludwig – großer Freund des Ehrenamtes – etwa auch hier die Hand auf?

So viel zu den Kosten – über den Nutzen machen Sie sich nun besser ihre eigenen Gedanken.....

 

TTIP / TiSA / CETA

 

Frau Angela Merkel - Kanzlerin der Herren Dr. Jürgen Ludwig und Kurt Unger - steht nicht nur auf Fußball der Deutschen Nationalmannschaft (incl. lecker Männerschweiß in der Umkleidekabine?). Sie ist auch regelrecht vernarrt in sogenannte Freihandelsabkommen. Welche Auswirkungen hat das Vertragswerk TiSA auf Krankenhäuser?

Haben die Herren Ludwig und Unger bereits von TiSA, TTIP oder CETA gehört? Interessieren sich diese beiden Herren für das Gemeinwohl? Interessieren sich diese beiden Herren für eine wenigstens in Ansätzen handlungsfähig bleibende Politik?

 

Mögliche Auswirkungen der gewollten Unterfinanzierung

 

Jedem Beobachter sollte klar sein: Personalkürzungen in den Krankenhäusern können kaum folgenlos bleiben. Eine weiter zunehmende Arbeitsverdichtung wird nicht im Interesse der Patienten sein. Wie wird sich der Personalabbau auf die hygienischen Bedingungen auswirken?

Das TV-Magazin „Kontraste“ beschäftigte sich am 27.11.14 mit solchen Auswirkungen. Titel:

„Tödliche Keime im Krankenhaus: Tausende Todesfälle wegen Hygienemängeln.“ Wer unseren Straßenverkehr für gefährlich hält, der sollte sich diese Sendung ansehen!

 

Whistleblowing

 

Die Unterfinanzierung des Gesundheitssystems ist gewollt. Für mich steht außer Frage: die Verantwortung liegt hierfür eindeutig bei der Politik. Damit meine ich keinesfalls nur die Politik „ganz Oben“, also auf Minister- oder MdB-Ebene. Nein, das wäre viel zu einfach gedacht! So leicht wird es „unseren“ Regionalfürsten nicht gelingen, Verantwortung abzuschieben. Wir haben auf regionaler Ebene hochbezahlte politisch Verantwortliche, die diesen Kurs der Unterfinanzierung mittragen. Sie sehe ich in erster Linie in der Verantwortung! Sie sind es, die die Auswirkungen des Spardiktats vor Ort mitbekommen. Sie hätten jederzeit die Möglichkeit (besser: Pflicht!), diese Form des Gesellschaftssystems – das so weder im Grundgesetz noch in der Bayerischen Verfassung beschrieben ist - in Frage zu stellen. Doch eine ernsthafte Diskussion bleibt aus! Stattdessen stützen sie dieses System, das einzig auf die Interessen einiger Weniger zugeschnitten ist.

Was wird geschehen, wenn der Kostendruck (Personaleinsparung - Arbeitsverdichtung) ein Menschenleben fordert? Fragen dieser Art fanden bis heute nicht statt. Fragen dieser Art sind unbequem. Doch Fragen dieser Art sind nur logisch und notwendig.

Man kann nur spekulieren. So könnte ich mir folgendes Szenario vorstellen: Vertuschung! Käme es an die Öffentlichkeit, würde es der Klinik extrem schaden!

Das wissen wohl auch unsere politisch Verantwortlichen – und diese scheinbare Sicherheit lässt sie (noch) ruhig schlafen? Unter „politisch Verantwortliche“ meine ich in erster Linie die Landräte Dr. Jürgen Ludwig und Kurt Unger. Doch auch alle weiteren Verwaltungsräte der ANregiomed stehen selbstverständlich in Verantwortung.

Worauf ich hinaus will: sollten an deutschen Kliniken inzwischen Arbeitsbedingungen vorherrschen, die Patientenleben gefährden, so sollte dies vom Klinikpersonal auf keinem Fall hingenommen werden! Niemand sollte sich von einer fragwürdigen Politik in ein unpassendes Paar Schuhe zwängen lassen! Zivilcourage ist gefragt! Und zwar rechtzeitig!

 

“Whistleblower sind Menschen, die illegales Handeln, Missstände oder Gefahren für Mensch und Umwelt nicht länger schweigend hinnehmen, sondern aufdecken“.

 

Weitere wertvolle Informationen hält der gemeinnützige Verein „Whistleblower-Netzwerk e.V.“ bereit. Der Verein ist sehr gut vernetzt. Seien Sie sehr vorsichtig, sich irgendwelchen regionalen Propagandisten anzuvertrauen! Unterscheiden Sie zwischen Journalist und Propagandist!

 

Zu guter Letzt noch ein Hinweis auf eine bemerkenswerte Rede:

„Klinikärzte im Spannungsfeld zwischen Profit und Patientenwohl“

 

Ein couragierter Arzt einer Uni-Klinik spricht Klartext.

Unserer Gesellschaft – reich an Arschkriechern - mangelt es an solchen Persönlichkeiten!

Wir brauchen dringend mehr davon!

 

http://www.konrad-goerg.com/Klinikaerzte_im%20Spannungsfeld_zwischen_Profit_und_Patienten.pdf

 

18.01.15